#2016LNDS: Gastgeber-Interview mit Miriam von mimifaktur

Miriam lädt Euch im Rahmen der „Langen Nacht des Selbermachens“ am 24.09.2016 zu einem Handlettering-Workshop in Stuttgart ein. Er richtet sich an alle, die sich für handgemachte Typografie interessieren und Spaß am Ausprobieren haben. Im Interview gibt Miriam Einblicke in ihr kreatives Schaffen, verrät Euch tolle Tipps und Tricks zum Thema Handlettering und auf welches Produkt Ihr Euch nächste Saison freuen könnt.

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Stelle Dich einmal kurz vor:
Ich heiße Miriam, lebe in Stuttgart und betreibe seit fünf Jahren mein Label „mimifaktur“. Ich bin gelernte Bibliothekarin, hatte aber nach ein paar Jahren in diesem Beruf das Gefühl, dass das für mich noch nicht alles sein kann. 2011 habe ich mir daher eine berufliche Auszeit genommen, ein paar wunderbare Monate in London verbracht und mein eigenes Label für Illustration, Handlettering und Handgedrucktes gegründet. Ich habe damals ein paar Workshops besucht, z.B. im Zeichnen und Siebdrucken. Das meiste Handwerkszeug habe ich mir im Laufe der Jahre aber selbst beigebracht. Inzwischen arbeite ich nur noch in Teilzeit in meinem alten Beruf und tobe mich ansonsten in meiner Spielwiese mimifaktur aus.
(„Mimi“ ist übrigens mein Spitzname aus der Kindheit.)


Erfahre mehr über Mimi von mimifaktur:

Wie kann man Dich im Netz finden?
Meine Produkte verkaufe ich in meinem DaWanda-Shop. Wer gerne einen Blick hinter die Kulissen bei mimifaktur werfen möchte, wird bei Instagram und auf meinem Blog 
fündig. Dort poste ich auch, was ich außer dem Illustrieren und Handlettering sonst noch gerne mache: Meine Stadt erkunden (auch nach vielen Jahren gibt es immer noch Neues zu entdecken), reisen und meine Funde fotografieren.

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Wie kamst Du auf die Idee für das Projekt Handlettering?
Ich wollte ein Projekt anbieten, bei dem jede/r ohne große Vorkenntnisse mitmachen kann (man sollte lediglich des Schreibens mächtig sein), und das man zu Hause weiterführen kann, ohne erst teures Material anschaffen zu müssen.

Wie kamst Du zum Handlettering?
Zum Handlettern kam ich per Zufall: Ich verkaufe meine Produkte auch auf Handmade-Märkten. Dort wurde ich immer wieder von Kund(inn)en angesprochen, weil ihnen meine handgeschriebenen Etiketten und Preisschilder so gefielen. Das brachte mich auf die Idee, das Handlettering in mein Repertoire aufzunehmen.
Im Nachhinein erscheint es mir ganz logisch, dass ich irgendwann beim Handlettering gelandet bin: Schon als Kind habe ich mich mit Schriften beschäftigt und z.B. eine ziemlich komplizierte Geheimschrift erfunden. Später hatte ich als Bibliothekarin bei meiner Arbeit in einem Archiv jahrelang mit den unterschiedlichsten Handschriften zu tun.

Was magst Du an der Technik besonders?
Ich mag, dass man kein kompliziertes und teures Material braucht. Stifte und Papier sind überall verfügbar und schon jedes Schulkind kann damit umgehen. Außerdem ist das Handlettering vielseitig einsetzbar: Man kann Geschenkanhänger damit beschriften, Etiketten für selbstgekochte Marmelade gestalten, seine Boxen zu Hause hübsch beschriften, damit das Aufräumen zukünftig mehr Spaß macht, Blumentöpfe verschönern oder was auch immer… Schön ist auch, dass es unendlich viel Anregung gibt. Schrift ist ja überall, man muss sie sich nur genau ansehen.
Und: Ich finde ich es faszinierend, dass Menschen überhaupt in der Lage sind, einen solchen Code (denn das ist Schrift ja eigentlich) zu lesen und zu verstehen.

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Erfahre mehr darüber, wie Mimis Produkte entstehen:

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Was ist Dein Lieblingsmaterial/-werkzeug?
Am liebsten benutze ich Fineliner, Tuschestifte und Papier. Manchmal auch Schere, Klebstoff und Schnipsel aus Zeitschriften und alten Fotos. Viele Illustratoren arbeiten ja ausschließlich digital. Mir wäre das irgendwie zu abstrakt… Für den kreativen Prozess brauche ich die Haptik beim analogen Arbeiten. Der Rechner kommt bei mir erst später ins Spiel, nämlich wenn es ums Finetuning und Erstellen der Druckvorlagen geht.
Um neue Ideen zu entwickeln benutze ich meist ein Skizzenbuch. Da kommt alles rein, was ich ausprobieren oder mir merken möchte: Zeichnungen, Schriftproben, kleine Collagen, aufgeschnappte Gesprächsfetzen, Reiseerlebnisse und vieles mehr.
Manchmal liegen Monate oder sogar Jahre zwischen der ersten Idee im Skizzenbuch und dem fertigen Produkt. Deshalb finde ich es auch so wichtig, mir alles zu notieren. Das Skizzenbuch ist sozusagen die externe Festplatte meines Kopfs.
Ständig im Einsatz sind bei mir außerdem diverse Kameras, notfalls auch das Smartphone.
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Auf welche Arbeit bist du besonders stolz?
Stolz ist vielleicht nicht der Begriff, den ich dafür wählen würde. Aber ich freue mich sehr darüber, dass mein Emaillebecher “analoger Tag”, den ich selbst gerne mag, auch bei meinen Kund(inn)en so beliebt ist.

Welchen Tipp hättest Du Dir gewünscht, als Du anfingst, zu illustrieren und zu „handlettern“?
Ich hatte das große Glück, gleich am Anfang den richtigen Tipp zu bekommen. Vor einigen Jahren habe ich einen Zeichenkurs bei einer sehr netten Künstlerin besucht, die uns Teilnehmerinnen ermutigte, unsere Skrupel von Bord zu werfen und einfach loszulegen. Sie war eine große Gegnerin des Radiergummis und der Ansicht, man solle auch „misslungene“ Arbeiten akzeptieren. Anfangs fiel mir das schwer, aber ich empfand es schnell als sehr befreiend.
Mein Tipp lautet daher: Nur Mut! Wenn du Lust darauf hast, fang einfach an! Ganz egal auf welchem Stand du gerade bist. Durch Übung wird man immer besser. Es ist ein lebenslanger Prozess (und das ist ja gerade das Schöne daran).

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Welche (Do It Yourself-)Anleitung im Netz kannst Du momentan empfehlen?
Ich mag diese beiden Anleitungen  vom DaWanda DIY-Portal sehr gerne: “Scan von frischen Blumen ausdrucken und aufhängen” und “Geometrische Wanddekoration im Pollock-Stil selber machen”.
Allen, die sich fürs Handlettering interessieren, kann ich das Video mit James Victore empfehlen (ist allerdings auf englisch).

Auf welches Projekt möchtest Du Dich kommende Saison stürzen?
Ich möchte endlich meinen lang gehegten Plan eines „immergrünen“ illustrierten Geburtstagskalenders umsetzen (aus Zeitmangel kam ich bisher noch nicht dazu). Außerdem würde ich gerne einmal eine Computerschrift generieren, die auf meiner eigenen Handschrift basiert.

Vielen Dank, Miriam!

Alle Infos zur Langen Nacht des Selbermachens:
Am 24. September zwischen 18 und 22 Uhr feiern wir wieder die Freude am Selbermachen: Sei dabei, wenn es in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz kreativ wird und ergattere Dir schnell einen der begehrten Plätze in den circa 300 angebotenen Workshops! Ihr seid neugierig geworden? Dann erfahre, welche Workshops zur Langen Nacht des Selbermachens in Deiner Nähe angeboten werden.

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Beitrag von Aileen

geschrieben am 01.09.2016 um 07:30 Uhr.

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Ein Kommentar

  1. mimifaktur im Interview – mimifaktur blog (02.09.16 13:00 Uhr)

    […] mimifaktur wurde von DaWanda interviewt! wer sich für meinen Handlettering-Workshop und einen Blick hinter die Kulissen bei mimifaktur interssiert, kann das Interview hier nachlesen: https://blog.dawanda.com/2016/09/01/2016lnds-gastgeber-interview-mit-miriam-von-mimifaktur-handletter… […]

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