Im Interview: Britta von Die Erbsenprinzessin

Was macht man, wenn man schöne Kinder-Klamotten haben möchte, aber diese nicht unbedingt rosa-glitzernd sein sollen, sondern einfach nur schön? Am besten: Selbermachen! Ganz einfach geht das mit den Schnittmustern von Britta vom DaWanda-Shop Die Erbsenprinzessin. Dort findet Ihr schöne Muster für herzallerliebste Kinderkleidung, die auch Nähanfänger(innen) hinbekommen. Im Interview erzählt Euch Britta, was hinter ihrem Motto “Kein Kitsch fürs Kind” steckt und was genau die Erbsengarantie ist.

Wie kam es zu dem süßen Namen für Deinen Shop?
Naja, wie das halt so kommt: Man hat ein Baby mit wechselnden Spitznamen und braucht schnell einen Namen für den neu eröffneten DaWanda-Shop ;) Da nimmt man dann den erstbesten Babynamen, der gerade zur Hand ist. In dieser Hinsicht hat der Shop direkt noch Glück gehabt! Wobei der Name ja auch durchaus nicht ganz ironiefrei gemeint ist.
Und außerdem war „Die Prinzessin auf der Erbse“ als Kind mein Lieblingsmärchen. Passte also!

In Deinem Shop steht das Motto „Kein Kitsch fürs Kind“. Kannst Du uns erzählen, was es damit auf sich hat?
Hier in Hamburg ist man ja eher nicht so barockig veranlagt. Genauso sah ich das auch, als ich vor drei Jahren angefangen habe, Kinderkleidung zu nähen. Schlichte Dinge im skandinavischen Stil sollten es sein. Mit Mustern und Deko überfrachtete Kinderklamotten gab und gibt es schließlich schon zuhauf.
Und auch als ich dann bald auf Schnitte umgestiegen bin, kamen die schlichteren Basicteile bei Euch am besten an. Wobei mir meine Tochter das Motto neuerdings zunehmend untergräbt. Mit 3 ½ Jahren steht „rosarüschiglitzi“ halt schon hoch im Kurs. Daher versuche ich momentan, die Wünsche der kleinen Zielgruppe so umzusetzen, dass es mir selber auch noch gefällt. Das macht auch mal Spaß und ist eine ganz neue Herausforderung für mich!

Wie entwickelst Du Ideen für neue Schnittmuster?
In erster Linie entwickle ich sämtliche Schnitte für meine Tochter oder für mich selbst. Was wir nicht anziehen oder nähen würden, wandert auch nicht in den Shop. Mit dem Hintergedanken “Mir gefällt das zwar nicht, aber vielleicht jemand anderem“ kann ich nicht entwerfen – jedenfalls nichts Gutes.
Die Ideen dafür? Die finde ich überall und nirgends. Manchmal basieren die Schnitte einfach auf nähtechnischen Überlegungen, manchmal hat meine Tochter eine „Bestellung“,…
Zur Inspiration sitze ich natürlich auch gerne im Café oder auf dem Spielplatz herum und schaue mir die Leute an. Hier, mitten in der Stadt, wird das zum Glück nicht so schnell langweilig. Außerdem liebe ich alte Zeitschriften, Nähhefte und Bastelbücher, und an Flohmärkten kann ich auch nur schwer vorbeigehen. Und dann sind da noch die ganzen schönen bunten Blogs und Nähforen, die gelesen werden möchten…
Besonders gut sortieren lassen die Ideen sich dann abends im Bett. Und wenn sie nach ein paar Tagen immer noch da sind (was bei weitem nicht jeder Idee gelingt!), dann werden sie notiert, skizziert oder testhalber umgesetzt. Dabei lege ich Wert darauf, dass die Modelle nicht allzu schwer oder aufwendig zu nähen sind. Viele meiner Kundinnen sind ja Anfängerinnen und dankbar für schnelle Erfolgserlebnisse. Da ist weniger oft mehr und bietet dann noch viel Raum für Eure eigenen Ideen.

Du bist jetzt schon seit sechs Jahren bei DaWanda und bist somit eine der Ersten, die sich auf der Plattform angemeldet haben. Was für Erfahrungen hast Du in dieser Zeit gemacht? Gibt es aus der Zeit vielleicht eine lustige Anekdote?
Hm, schwer zu sagen. Ich muss auch zugeben, dass ich in den ersten Jahren gar nicht wirklich bei DaWanda aktiv war, aber ich habe damals schon interessiert beobachtet, was sich da in der Kreativszene plötzlich so tat.
Ich habe auch gerade in meinem Postfach noch eure Einladungsmail von 2007 gefunden, die ich damals an meine Mutter und eine Freundin weitergeleitet hatte: „…kennst du schon DaWanda. DaWanda ist ein neuer Online-Marktplatz für Unikate, Ausgefallenes, Selbstgemachtes und Besonderes, auf dem Künstler, Designer und Kunsthandwerker Ihren eigenen Shop anlegen und ihre Produkte verkaufen können.“
Ich glaube, die beiden haben leider niemals ihre Patchworkarbeiten und Taschen bei euch verkauft – aber ich selber bin offenbar mal wieder hängengeblieben :)

Du bloggst zudem unter http://gruenefreunde.blogspot.de/. Was hat Dich dazu bewogen zu bloggen und welche Tipps kannst Du Blog-Neulingen geben?
Ich brauchte einfach eine Plattform, um mit meinen Kundinnen zu kommunizieren. Und einen Ort, an dem ich Euch über Neuigkeiten informieren und zu Testnährunden aufrufen kann – und manchmal auch einfach zeigen, was ich sonst noch so alles produziere. Nach mehreren Jahren in der Webdesignbranche hatte mich zudem die Lust aufs Selber-Programmieren akut verlassen. Da war ein Blog auch vom Technischen her die einfachste Lösung. Das Tolle daran ist natürlich auch das Feedback, das man von den Leserinnen (meist sind sie ja doch weiblich) bekommt und das einen immer wieder aufs Neue motiviert.
Ich muss hier auch mal ein Dankeschön loswerden an all meine Kundinnen – für Eure vielen netten Worte, das Lob, und die Fotos mit immer neuen Variationen meiner Schnitte. Ich freu mich drüber!

Gib uns doch einen kurzen Ausblick: Was sind Deine Pläne für die Zukunft, was können wir noch von der Erbsenprinzessin erwarten?
Ja, es sind tatsächlich ein paar Neuerungen geplant: Zum einen wird es demnächst einige meiner Bestseller-Schnitte auch in gedruckter Form geben. Erhältlich sind diese dann direkt in meinem DaWanda-Shop und in ausgewählten Ladengeschäften. So ist jedenfalls der Plan.
Geplant ist außerdem auch bald wieder eine Kooperation mit Pauline von Klimperklein, um unseren gemeinsamen Shop erbsenklein wieder ein bisschen zu beleben.
Live und in Farbe gibt es mich außerdem ab Oktober als Nähkursleiterin, und zwar hier in Hamburg im Atelier Levi Schütz. Das freut mich sehr, denn der rein virtuelle Austausch mit Euch ist manchmal doch etwas … naja, virtuell eben ;) Für mich ist es dabei natürlich auch immer wieder interessant zu sehen, wie Anfänger so an die Näherei herangehen: Wo liegen die Schwierigkeiten, was kann man sich nur schwer merken, welche Tricks verhelfen Euch zu Aha-Erlebnissen? Diese Erfahrungen helfen mir dann wiederum, meine e-Books zu verbessern und darin für Nähanfänger möglichst viele Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.
Ach, und da fällt mir ein: Einigen meiner Schnitte habe ich kürzlich die „Erbsengarantie“ verliehen. Die pappt jetzt – zur besseren Unterscheidung – auf allen e-Books mit der bewährten und anfängertauglichen Schritt-für-Schritt-Anleitung. Da kann ja nichts mehr schiefgehen!

Herzlichen Dank an Britta für das Interview.

Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, sofort etwas für die eigene kleine Erbsenprinzessin selber zu machen, hat Britta eine kleine DIY-Anleitung: Sie zeigt Euch, wie Ihr niedliche Lesiketten – das sind bestempelte und genähte Lesezeichen (siehe Fotos unten) – selber machen könnt. Die Anleitung könnt Ihr ganz einfach hier herunterladen.

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Beitrag von Wiebke

geschrieben am 17.09.2012 um 09:59 Uhr.

Kategorie: Interviews

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Über Wiebke

Wiebke ist großer Twitter-Fan und liebt ihre Heimatstadt Leipzig. Sie geht außerdem gerne auf Festivals und lernt gerade nähen. Hier im Blog schreibt sie die Blogbeiträge zu den Video-Anleitungen und den Hinter-den-Kulissen-Videos. Wiebke bei Google+ » Mehr von Wiebke

6 Kommentare

  1. Maria (17.09.12 11:10 Uhr)

    Liebe Britta,

    welch ein schönes Interview!
    Ich hoffe, irgendwann dich noch mal persönlich kennenzulernen.

    Über die Nähkurse würde ich auch mehr erfahren wollen, denn ich werde immer wieder im Lädchen gefragt & die sind ja dann nicht so weit weg von hier! :)

    Liebe Grüße
    Maria

  2. Curious Cat (19.09.12 10:32 Uhr)

    Vielen Dank für die DIY-Lesiketten-Anleitung. Werde ich auf jeden Fall ausprobieren! Lesezeichen braucht man ja immer, und die aus Papier gehen irgendwie immer verloren :D

  3. Umiwi not a fairy tale (26.09.12 16:47 Uhr)

    Supersüße Sachen! Und schön, wenns auch schlichte Kindersachen gibt!

  4. Tanja (27.09.12 10:25 Uhr)

    Hallo,
    super süße Sachen und ist noch ein Platz frei bei dem Nähkurs ? Falls nicht, würdet Ihr noch einmal einen weiteren veranstalten?

    Ich bin totale Nähanfängerin und eigentlich mehr für die Bohrmaschine geeignet, doch ich kann nicht immer meine Schwester behelligen ;o)
    Danke und weiterhin viel Erfolg
    tanja

  5. oh, ein Interview! – blog.erbsenprinzessin.com (09.11.16 09:56 Uhr)

    […] zwar mit mir!Wo? Bei DaWanda im Blog. Dort wurde der September ja wieder als DIY-Monat ausgerufen. Und passend dazu werden […]

  6. Schneller Basteltipp – auch für Kinder! – blog.erbsenprinzessin.com (09.11.16 09:56 Uhr)

    […] etwas professionellere Variante (auch Lesiketten genannt) könnt ihr euch übrigens unter meinem Interview im DaWanda-Blog runterladen. Die sind wirklich superpraktisch! Viel […]

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