Im Interview: Farbkind

Sabrina von Farbkind mag es schrill, laut und extraordinär. Die 32-jährige Braunschweigerin ist Künstlerin und gestaltet Leinwände, T-Shirts, Tücher und Beutel, die sie liebevoll mit selbst gestalteten Illustrationen bedruckt. Ihr ist es besonders wichtig, dass die Ausgangsmaterialien aus fairem Handel stammen und die Produkte knallig und provokativ wirken. Auf der Suche nach Inspiration, kam die Designerin nach Berlin und wir haben sie in Ihrer Werkstatt getroffen und nachgefragt, was sie antreibt, wie sie ihren Stil beschreibt und warum Ihr Herz für Möpse schlägt?

Bitte stell Dich kurz vor: 
Ich bin das Farbkind, habe eine Siebdruck-Ausbildung absolviert und anschließend Farb-Design studiert. Nach zwei Jahren als Angestellte in Hamburg habe ich mich dazu entschlossen, mein eigenes Label zu gründen, in welchem ich endlich alle meine Interessen nach meinen eigenen Regeln vereinen kann. Nun zeichne, male und drucke ich getreu meinem Labelnamen mit auffälligen Farben und niedlichen, filigranen Figuren, aber auch mal provokanten Texten. Dabei wird alles vom Entwurf über Produktion bis hin zum Verkauf, Aquise und Buchhaltung von mir selbst erledigt. Die Liebe zog mich nun nach Berlin, wo ich nun auf kreative Partner hoffe.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und wer inspiriert Dich?
Ich war schon immer kreativ und habe dementsprechende Berufe erlernt. Ich lasse mich von allen Bereichen inspirieren, sei es Mode, Interieur, Architektur oder Malerei. Hierzu schaue ich mich in Zeitschriften, Büchern, Internet, Fernsehen und auf der Straße um. Da gibt es kein bestimmtes Vorbild.

Wie kommst Du auf die Idee für neue Produkte und mit welchen Materialien arbeitest Du vornehmlich und warum?
Ideen hole ich mir, wie schon erwähnt, überall. Bei meinen Produkten ist mir wichtig, dass die Arbeitsbedingungen stimmen, und keinen 0815-Schnitt haben. Schnell nachwachsende Rohstoffe, wie Bambus ist ein schönes Material, und Bio-Baumwolle. Ansonsten bedrucke ich auch gerne Papier und mache Kunstdrucke. Im Siebdruck kann man eigentlich jedes Material bedrucken, deswegen ist das eine schöne Art, Dinge zu veredeln.

Beschreibe kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Meist wird zuerst eine Zeichnung gemacht, wie z.B. die von einem Mops, die dann eingescannt wird und ggf. noch am Computer bearbeitet wird oder mit anderen meiner Illustrationen und Grafiken kombiniere. Dann lasse ich eine Druckvorlage, einen sogenannten „Film“ herstellen/belichten. In der Werkstatt wird dann ein mit Polyester bespanntes Sieb von mir vorbereitet und die Druckvorlage auf das Sieb übertragen. Wenn das Motiv im Sieb ist, kann ich es dadurch auf ein x-beliebiges Material mit entsprechender Farbe und in Kombination mit anderen Motiven drucken. Dabei suche ich die Farbkombinationen und passenden Motive, von denen ich schon Vorlagen habe, spontan aus, und probiere immer wieder neue Möglichkeiten aus und bedrucke alles mögliche mit allen möglichen Farben.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben und was kennzeichnet ihn?
Meine Arbeiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie meist sehr filigran sind. Texte sind meist sehr provokativ und Farben knallig. Ich verwende vorzugsweise Neonfarben.

Wer sind Deine Kunden und was ist Dein Verkaufsschlager?
Meine Kunden sind meist weiblich, das Alter schätze ich dabei zwischen 20 und 40 Jahren. Ich verkaufe von allem etwas, aber mein Renner ist, glaub ich, neben meiner Bag mit dem Text: „Don’t look at my fucking bag“, mein Mops-Shirt.

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin? 
Ich hoffe, Partner zu finden, die aus meinen bedruckten Stoffen ausgefallene Kleidungsstücke schneidern, denn ich möchte nicht nur T-Shirts verkaufen. Außerdem möchte ich auch mehr Kunstdrucke und Bilder verkaufen. Ich ziehe demnächst nach Berlin, und hoffe, dort noch mehr inspiriert zu werden.

Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit und was hat sich für Dich verändert, seit dem Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
DaWanda ist eine gute Plattform um weitläufig Kunden zu erreichen. Hier findet auch ein Austausch statt, durch den ich schon die ein oder andere weitere Plattform wie Designmärkte gefunden habe. Meine Verkäufe steigern sich auch durch die Werbung und die vielen Aktionen, die DaWanda durchführt.

Welchen Ratschlag würdest Du jemanden geben, der vor hat seine kreativen Träume zu verwirklichen?
Es gibt gut Existenzgründer-Initiativen, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen was das Bürokratische betrifft. Es ist wichtig, dass man ansprechende Fotos macht und sich im Klaren ist, welche Zielgruppe man erreichen will und dementsprechende Designs und Darstellungen seiner Produkte macht. Ich finde es auch wichtig, dass man seine Beschreibungen in einem guten Deutsch schreibt und freundlich zu seinen Kunden ist. Aber das A und O ist die Werbung und die Kontaktknüpfung, so wie der Austausch mit anderen Kreativen oder Leuten, die einem Möglichkeiten und Ratschläge bieten. Dann kann man auch andere um Hilfe bitten, wenn man mal unsicher ist, denn alles kann man ja nicht wissen und können.

Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda und verrate uns warum Du sie so magst:

  • Nice Design, wegen der tollen Farbkombinationen
  • Snug, wegen ihrer Klarheit
  • VERAEN, wegen der coolen Produktfotos

Dein Schlusswort?
Ich bin sehr glücklich mit meinem Dasein als Selbstständige. Man muss sich im Klaren sein, dass man sich um vieles kümmern muss, was vorher der Arbeitgeber oder Kollegen gemacht haben, und dass man nicht jeden Monat ein festes Gehalt hat, aber dafür kann ich meine Termine selbst einteilen und kann sagen: Das habe ich alles selber gemacht. Ich wünsche mir und allen Kreativen, allein davon gut leben zu können, ohne sich verbiegen zu müssen.

P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter [email protected]. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!

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Beitrag von Franziska Muennich

geschrieben am 06.08.2012 um 10:08 Uhr.

Kategorie: Interviews

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Ein Kommentar

  1. Barbara (07.08.12 10:26 Uhr)

    Tolle Sachen machst du! Gefällt mir sehr!

Kommentar