Das perfekte Foto: Richtig beleuchten!


Neben der Ausrüstung und den Einstellungen an der Kamera ist vor allem auch die richtige Belichtung ausschlaggebend für gute Fotos. Das merkt man spätestens dann, wenn trotz Festbeleuchtung, die Bilder immer noch nicht so werden, wie Ihr es wollt. Die Farben sehen unnatürlich gelb oder bläulich aus, die Schatten sind viel zu stark und das Produkt ist nicht richtig ausgeleuchtet.  Deshalb erfahrt Ihr heute etwas über den richtigen Einsatz von Licht und wie man die Kamera dazu bekommt, weiß als weiß darzustellen.

Nur eins schon einmal vorweg: Verzichtet auf Euren kamerainternen Blitz, solange Ihr damit nur wenig Erfahrung habt. Es gibt andere, viel bessere Möglichkeiten Euer Produkt ins rechte Licht zu setzen.

Generell unterscheiden wir drei Typen von Licht. Das direkte Licht, das Mischlicht sowie das indirekte Licht.

Direktes Licht

Verwendet Ihr zum Beispiel Schreibtisch-, Taschen- oder Deckenlampen mit einem oder mehreren Strahlern, die Ihr direkt auf Euer Produkt richtet, so nennt man das direktes Licht. Diese Art von Beleuchtung, erhellt zwar Eure Produkte, ist aber leider nicht so sehr geeignet, da sie sehr harte und dunkle Schatten werfen, die auch nur mit Mühe mit einer Bildbearbeitung entfernt werden können.

In unserem Beispiel seht Ihr die harten Schlagschatten, die von einer direkten Beleuchtung kommen. Weiter unten seht Ihr Beispiele, wie Ihr diese verringern könnt.

Mischlicht
Generell ist ein von allen Seiten ausgeleuchtetes Produkt ein Garant für gute Fotos. Verwendet Ihr allerdings unterschiedliche Leuchtmittel (Glühbirnen, LED, Halogen) bzw. unterschiedliche Lampen, so nennt man das Mischlicht und dieses lässt Eure Fotos oft nicht so schön aussehen, wie Ihr es Euch gedacht habt. Denn die unterschiedlichen Farbtemperaturen der verschiedenen Leuchtmittel werfen oft mehrfarbige Schatten. Deshalb vermeidet unterschiedliche Lampen und achtet unbedingt darauf, dass Ihr die gleichen Leuchtmittel in allen Lichtquellen habt.

Indirektes Licht
Am besten eignet sich für die richtige Ausleuchtung Eurer Fotos Tageslicht oder indirekte diffuse Lichtquellen! Um noch bessere Ergebnisse zu erzielen, kann man entweder eine längere Belichtungszeit wählen (dann aber nur mit Stativ!), sein Licht durch eine Fotobox oder gegen Reflektoren (z.B. Aluminiumfolie, Styroporplatten oder weißes Papier) richten, um die Schatten vom Produkt zu verringern.

Schatten
Um gute Fotos zu erhalten, spielt nicht nur das Licht eine entscheidende Rolle. Es kommt auch darauf an, wie, wie viele und wo Ihr die Lampen zum Motiv positioniert. Deshalb: Variiert die Anzahl der Lampen. Probiert unterschiedliche Winkel aus und beleuchtet Euer Produkt von den Seiten, von schräg oben, von hinten oder von vorne.

Als Faustregel gilt: Je näher sich die Lichtquelle zu Eurem Produkt befindet, desto heller wird das Produkt, aber desto dunkler wird auf der anderen Seite auch sein Schatten.

Umgekehrt erhaltet Ihr weicheres Licht mit weniger starkem Schatten, indem Ihr die Lampen weiter vom Motiv entfernt.

Den Schattenschlag könnt Ihr aber zusätzlich auch beeinflussen, indem Ihr die Höhe der Lampen variiert. Umso höher die Lichtquelle, umso kürzer der Schatten und umso mehr sich die Lampe auf gleicher Höhe zu Eurem Produkt befindet, umso länger wird auch sein Schatten.

Einen kleinen Trick gibt es dennoch: um die Schatten zu reduzieren, könnt Ihr zwei Lampen mit exakt gleicher Stärke genau auf der gegenüberliegenden Seite zwischen Eurem Produkt und der anderen Lampe positionieren. So verschwinden die Schatten auf beiden Seiten fast völlig.

Probiert es einfach aus. Mit der Zeit und ein bisschen Übung findet Ihr die für Euch beste Positionierung. Und dann ist es an der Zeit sich die exakten Positionen und Einstellungen aufzuschreiben bzw. das Arrangement zu fotografieren, damit Ihr beim nächsten Mal gleich die richtigen Einstellungen habt.

Weißabgleich
Das weiß Eurer Bilder kann je nach Lichtquelle stark variieren. Das liegt daran, dass das Licht unterschiedliche Farbtemperaturen hat. Weiß wird dann nicht immer weiß dargestellt sondern in verschiedenen Tönen – von rot, über gelb, weiß, hellblau bis blau. So erscheinen die Bilder bei Kerzenlicht oft rötlich, mit Glühlampen meist gelblich, bei Tageslicht weiß und bei bewölktem Himmel oder bei Halogenlampen oft bläulich.

Damit bei Euren Bildern weiß auch weiß abgebildet wird, müsst Ihr Eurer Kamera sagen, was weiß ist bzw. von welcher Lichtquelle Euer Licht kommt.

Die einfache Variante ist es, im Kameramenü die Einstellung mit den Symbolen (Sonne, Glühbirne, Halogenlampe, Wolken, etc.) oder mit dem automatischen Weißabgleich (AWB) unter Weißabgleich vorzunehmen.

Seid Ihr bereits fortgeschritten, könnt Ihr manuell einen Weißabgleich vornehmen, indem Ihr entweder ein weißes Blatt Papier (mit den entsprechenden Lichtverhältnissen, die auch für das Fotoshooting verwendet) oder eine Graukarte abfotografieren und der Kamera als weiß zuweisen.

Wie schafft Ihr es, gut belichtete Fotos zu zaubern? Wir sind neugierig auf Eure Tipps!

Mehr zum Thema: Das perfekte Foto findet Ihr hier:

Welche Kamera ist die richtige?
Welche Ausrüstung ist wichtig?
Fotobox selber bauen!
Schmuckfotografie – So macht’s goldschmiedeberlin!
Die passenden Kameraeinstellungen wählen!
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Beitrag von Nicole Munzert

geschrieben am 20.06.2012 um 10:48 Uhr.

8 Kommentare

  1. daniela (20.06.12 13:50 Uhr)

    Ihr habt ja immer tolle Tipps für die kleinen Sachen zu fotografieren, wie wäre es mal mit den großen Dingen, Decken.. ganz schwierig.. schon bei Kissenbezügen fängt es an.. das würde sicher mal vielen helfen.

  2. Silke Ahlert (21.06.12 11:41 Uhr)

    Ja genau….die großen teile sind doch die schwierigen…bettwäsche….Möde…etc….

  3. Stefanie Szillat (27.10.12 21:16 Uhr)

    Was für ein toller und liebevoll gestalteter Blogpost zum Thema Belichtung!
    Zum Thema Weißabgleich fände ich hier die Erwähnung von Kelvin noch klasse.
    Denn das ist meine 1. Wahl wenn es um Weißabgleich geht.

    Ich hab mich übrigens total in Eure kleine Eule verknallt, die schaut so putzig drein. :)

    Toller Artikel!

    Liebe Grüße aus München

  4. Deine DIY-Lightbox für gute Produktfotos mit wenig Aufwand - DaWanda - People and Products with Love (05.03.14 11:33 Uhr)

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    […] zu finden. Hinzu kommt dann noch weiteres Zubehör wie Stative, Blitze oder Hilfsmittel für eine gute Beleuchtung. Dass das alles ganz schön teuer ist, muss ich euch sicherlich nicht sagen. Ich finde jedoch, dass […]

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  8. moad (20.05.16 12:09 Uhr)

    Danke für die wertvolle Infos auf eure Seite,Ihr habt wirklich super Texte und coole Bilder. Auf die Seite http://stehlampeholz.de/ findet Man auch andere nette Lampen Modelle.
    Wünsche euch einen Guten Tag noch

Kommentar