Mütter bei DaWanda: Martina von FormTiere

In unserem Familienmonat habt Ihr schon eine Menge tolle Mütter bei DaWanda kennengelernt. Tanja von enFant design, Petra von millemarille, Regina von Tante Rö und unsere eigenen DaWanda-Mamas mit ihren Kleinen. Leider ist die heutige Mama schon die letzte, die wir Euch im Montags-Interview in unserem speziellen Familienmonat im Mai vorstellen. Kinder, wie die Zeit vergeht! Aber Martina aus Hamburg von FormTiere müsst Ihr noch unbedingt kennenlernen. In ihrem Shop verkauft Martina T-Shirts, Taschen und Teller – kurz gesagt – alles rund ums Kind. Von Ihrem Alltag mit den Kindern und von Ihrem Shop erzählt sie uns im Interview…

“Aus meiner Leidenschaft zum Design, zu schönen Materialien und zur Kreativität hat sich für mich fast wie von selbst der Einstieg in die Selbstständigkeit entwickelt. Zuerst war die Idee da, allmählich wurde immer mehr daraus und vor allem passt das alles prima zu meinem Job als Mutter!”

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich bin gebürtige Berlinerin, aufgewachsen im Schwabenland und über viele Umwege in Hamburg angekommen, wo ich mich sehr wohl und heimisch fühle. Ich bin 41 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und entdecke mein Leben gern immer wieder neu. Eigentlich bin ich diplomierte Grafik-Designerin. Für mich ist das mein absoluter Traumberuf gewesen. Zu letzt habe ich lange Jahre als Freiberuflerin gearbeitet. Mit zwei Kindern kann ich allerdings nicht so intensiv in diesem Beruf aktiv sein, wie das als Freiberuflerin erforderlich wäre. FormTiere sind entstanden, weil ich Mutter geworden bin, die Beschäftigung mit dieser neuen Welt hat mich darauf gebracht.Genau hier bieten mir meine FormTiere eine wunderbare Alternative. Die Verbindung von Familie, Beruf und Kreativität lässt sich auf diese Weise prima verwirklichen. Ich bin eine Allrounderin, habe an meine Arbeit aber immer sehr hohe Qualitätansprüche. Ich suche das Neue, probiere viel aus und freue mich über erfrischende Anregungen; das können ein Buch, eine Ausstellung, eine Lichtstimmung, ein schönes Gefühl, ein Gespräch oder einfach auch nur das Leben im Alltag sein.

Kannst Du uns mehr über Deine Kinder erzählen?
Ich habe zwei Kinder, einen siebenjährigen Jungen und ein dreijähriges Mädchen. Meine Kinder sind meine besten Produkttester und gleichzeitig auch Kritiker. Sie lieben die FormTiere und besonders glücklich macht es sie, wenn sie einem Freund oder einer Freundin einen FormTier-Teller oder ein Shirt zum Geburtstag schenken dürfen. Jeder hat natürlich auch seine eigenen FormTiere, Teller, Wandtiere und Shirts – die stehen bei uns hoch im Kurs! Die beiden lieben die Natur, das Entdecken und das schönste ist, dass sie den ganzen Tag damit beschäftigt sind, die Welt gemeinsam zu erobern. Wenn der Große im Sommer in die Schule kommt, dann bekommt die Kleine seinen Kindergartenplatz und ich habe dann endlich wieder mehr Zeit für meine kreative Arbeit.

Wie sieht ein typischer Alltag im Hause FormTiere aus?
Ein typischer Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück, denn das ist die einzige Mahlzeit, die wir alle zusammen einnehmen. Dann gehen die „Männer“ aus dem Haus und die Kleine und ich räumen erst mal auf. Wenn ich dann anfange zu arbeiten hat sie schon gelernt, dass sie sich alleine beschäftigen muss. Das klappt auch super. Sollte es ihr zu langweilig werden, dann kommt sie zu mir und unterhält mich. Manchmal kann sie auch schon was helfen, wie Briefmarken auf die Umschläge kleben. Das freut sie dann immer ungemein. Mittags wird dann der Große abgeholt, wir essen zusammen und wenn die Kinder dann zu zweit oder mit Freunden im Garten spielen, habe ich oft Zeit für meinen Blog Fotos zu machen oder auch die Artikel zu schreiben. Abends wird  noch genäht. Das schöne an meinen Kinderwagen-Ketten ist, dass ich sie per Hand nähe und sie immer überall mitnehmen und nähen kann. Das ist sehr praktisch!

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt?
Im Grunde habe ich noch nie etwas anderes gemacht. Kreativität hat mein ganzes Leben bestimmt. Schon als Kind habe ich viel gemalt und meine Ideen umgesetzt.  Nach dem Studium war ich viele Jahre in Agenturen fest angestellt, später dann habe ich mich mit einem kleinen Designbüro selbständig gemacht. Selbst mit einem Kind war das noch machbar. Als dann mein zweites Kind auf die Welt kam, war es nicht mehr so einfach. Werbeagenturen und Kunden wollen oft von jetzt auf gleich bedient werden, so ist das Geschäft als Freiberufler eben. Ich machte mich auf die Suche nach etwas, womit ich meine Kreativität weiter frei entfalten kann. Formschöne Dinge zu erschaffen liegt mir. Das erste FormTier entstand, da ich etwas Besonderes für das Kinderzimmer meines Sohnes suchte. Ich wollte ein Wandbild haben, mit dem man auch „umziehen“ kann. So kam ich darauf, große Tiere aus Holz zu sägen und diese mit bunten Farben zu bemalen.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
Auch wenn meine Produkte sehr farbenfroh sind, so sind sie doch auch schlicht. Ich bin kein großer Fan von quietschbunt und Bärchendesign. Ich versuche, die Balance zwischen Farbigkeit und Schlichtheit zu schaffen. Alle Farbkombinationen sind ganz genau auf einander abgestimmt und harmonieren.  Die Dinge, die ich herstelle, sollen ihren Platz im Kinderleben finden. FormTiere sind fröhlich und nicht überspannt. Mein Ziel ist es, die Kreativität der Kinder zu begleiten und durch meine Produkte zu wecken.

Mit welchen Materialien stellst Du Deine FormTiere her?
Meine Inspiration kommt aus der Natur, von meinen Kindern, aus meinem Umfeld. Ich überlege eigentlich dauernd womit ich die Kreativität von Kindern wecken und begleiten kann. Mein Lieblingsmaterial ist Wollfilz. Ein toller Werkstoff, da man damit fast alles machen kann. Ich verarbeite auch sonst nur hochwertige Materialien. Meine Stoffe sind grundsätzlich von bester Qualität. Auch mein Füllmaterial ist Bioware. Bei den WandTieren achte ich darauf, dass die Farben wasserlöslich sind und somit keine Ausdünstungen stattfinden.

Beschreibe kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Ich habe mir ein Oberthema ausgesucht: die „FormTiere“, alles was ich entwickle, passt in diese Familie hinein. Der Anfang ist gemacht, es werden aber noch viele neue Variationen folgen. Wenn ich etwas Neues beginne, dann läuft es meistens so: Ich habe dann ein Produkt im Sinn, ich zeichne es auf, suche nach dem passenden Material für die Umsetzung, bastle Prototypen und wenn es mir gefällt, dann gibt es davon Variationen. Manche Dinge vergebe ich als Auftrag, wie zum Beispiel die Herstellung der Kinderteller. Das Design ist selbstverständlich von mir, nur die Produktion wird extern erledigt. Ansonsten ist es mir wichtig, möglichst alles in Handarbeit zu fertigen. Ich freue mich sehr, wenn Kunden mich um Unikate bitten. Das bringt sehr viel Freude. Und fordert auch heraus, denn man möchte ja, dass der Kunde am Ende zufrieden ist.

Wie bewahrst Du Dir ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Familie?
Ich habe immer Zeit für meine Kinder, wenn sie mich brauchen. Und wenn sie krank sind, dann muss die „Kinderstube der FormTiere“ auch mal kurz geschlossen werden. Wenn man sich immer wieder Zeit für die Familie nimmt, dann ist man auch viel kreativer. Ist Verkaufshochzeit wie z.B. an Weihnachten, dann müssen andere Sachen hinten angestellt werden. Aber dafür haben hier alle Verständnis.

Gibt es jemanden, der Dir bei Deiner Arbeit für Deinen Shop hilft?
Mein Netzwerk besteht nur aus Freunden und Babysittern. Die Großeltern wohnen leider alle nicht um die Ecke. Da ich mich gegen eine Ganztagsbetreuung meiner Kinder entschieden habe, bleibt mir meist nur morgens die Zeit zum ruhigen Arbeiten. Aber es klappt. Und wenn es ganz eng wird oder wenn ich verreisen darf, wie z.B. letzten Herbst zum DaWanda-Markt nach Wien, dann reist die Oma an und passt auf die Enkel auf. Das ist natürlich super.

Was hat sich für Dich und Deine Familie verändert, seit dem Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
Ich empfinde DaWanda als große Erleichterung was den Verkauf angeht, hier ist alles herrlich einfach und überschaubar, ich komme mit überraffinierten technischen Einstellungen und Anwendungen einfach nicht klar. Freude bringt das unmittelbare Feedback, ich hatte mitunter wirklich netten Email-Austausch mit Käuferinnen. Das stärkt den Mut und gibt viel Kraft zum Durchhalten und Weitermachen. Angemeldet bin ich zwar schon lange, aber richtig begonnen habe ich erst 2011. Das heißt, ich stehe noch ziemlich am Anfang. Ich bin sehr gespannt, wie sich alles entwickeln wird und wünsche mir natürlich, dass noch viele neue Kunden und Kundinnen meine FormTiere entdecken, schön finden, kaufen und weiter empfehlen. Für uns als Familie hat sich seither nichts verändert. Mama arbeitet eben, aber das tun ja viele Mütter. Da ich diese Arbeit aber von zu Hause aus erledige, ist alles so wie vorher.

Nenne bitte Deine Lieblingsshops auf DaWanda:

  • EINE DER GUTEN: Hier entsteht wunderschönes Design mit zauberhaften Illustrationen. Ich bin per Zufall irgendwann einmal über das Lädchen gestolpert. Aber seither ein großer Fan!
  • Engelenchen: Ich liebe die Idee der Fotoprodukte, sie ist einzigartig auf DaWanda und macht den Shop so besonders. Aber auch die Clutches sind toll, mit Liebe zum Detail und viel Gespür für schöne Materialien.
  • bastisRIKE: Es gibt nicht viele Shops, die ich so sehr liebe wie diesen. Rike ist auch jemand die immer für einen kreativen Austausch zu haben ist und ich lese ihren Blog mit wachsender Begeisterung. Ihr Gespür für Form und Farbe ist beeindruckend.
  • LoRe!Lai: Wenn ich eine tolle Klamotte für meine Kinder oder mich suche, dann kauf ich uns hier ein schönes Teil. Ich liebe die Materialien und die Schnitte, Barbara hat einfach ein Gefühl für schöne Kleidung, jenseits der Masse und meine Kinder lieben ihre Hosen!

Welchen Ratschlag würdest Du Eltern geben, die vorhaben ihre kreativen Träume zu verwirklichen?
Ich finde es sehr wichtig, dass man sich vorher darüber klar ist, dass Kinder nicht programmierbar sind. Man muss immer einen Plan B haben. Das heißt, sollte das Kind mal krank werden muss man auch den Mut haben, den Käufern zu sagen, dass es einen Tag länger dauert. Ich denke, nie sollte der DaWanda-Shop im Vordergrund stehen. Erleichterung bringt es natürlich, wenn man Großeltern um die Ecke hat. Für die meisten Eltern, die sich selbstständig machen ist die Zeitfrage immer das Hauptproblem. Wir lernen aber auch sehr schnell flexibel zu werden und schneller mit schwierigen Situationen klarzukommen. Wichtig finde ich auch, dass man eine Idee hat. Ich bin immer wieder begeistert von Müttern und Vätern, die ihr neues Leben mit Kindern inspiriert, Produkte zu entwickeln, von denen sie vorher nie geträumt hätten. Wer einen kreativen Traum hat, sage „ich will“ und setze alles daran, ihn zu verwirklichen.

Wie wichtig ist Dir das Netzwerken mit anderen Designern?
Netzwerke sind für mich sehr wichtig. Da ich ja von zu Hause aus arbeite, habe ich sonst nicht genug Austausch mit anderen Kreativen. So lese ich regelmäßig in einigen Foren und Gruppen hier bei DaWanda. Am intensivsten ist der  Austausch allerdings doch über meinen Blog und Blogs von anderen Kreativ-Idealisten. Auch habe ich Kontakte zu einigen DaWanda-Verkäuferinnen, wir organisieren die unterschiedlichsten Projekte zusammen. Demnächst werden wir z.B. wieder eine Verkaufswoche zu Gunsten von Helenes-Helfer e.V. veranstalten. Was Helenes-Helfer e.V. angeht möchte ich noch erzählen, dass ich ab Juni von jeder verkauften Wagenkette 10% an Helenes-Helfer spenden werde. Mir liegt diese Initiative sehr am Herzen und ich möchte dieses Projekt in Zukunft verstärkt unterstützen. Besonders gefreut habe ich mich aber auch über Anfragen von Läden, die meine FormTiere ins Programm aufnehmen wollen, diese Kontakte kamen hier über DaWanda.

Dein Schlusswort?
Ich finde, egal was man anpackt, es geht um Wollen. Wenn du dich wohl fühlst mit dem was du machst, hast du auch die Energie etwas zu bewegen. Die Konsequenz im Denken und Umsetzen hilft dabei, eine Qualität zu schaffen, die für andere erlebbar und begehrlich wird. Ich bin Teil meiner FormTiere, hauche ihnen durch meine Freude am Machen Leben ein. Ich glaube, das können einige Menschen tatsächlich spüren und meine Freude deshalb teilen. Ich versuche das auf einen bescheidenen, persönlichen Punkt zu bringen: Man kann nur etwas bewegen, wenn man sich selbst bewegt!

Ich würde gerne auch nochmal etwas zu Handmade-Produkten sagen: Alle Sachen die die meisten bei DaWanda herstellen sind handgemacht. Es gibt kaum eine Möglichkeit einen Stundenlohn real zu berechnen. Aber ich finde es immer wieder sehr traurig, wenn man Kommentare bekommt, dass das Mobile total überteuert sei oder das Wandtier könne man auch selber machen, dann sei es günstiger. Klar kann man alles billiger machen. Lasst Euch von dieser eigenartigen Preismentalität in diesem Land nicht verunsichern. Kalkuliert reale Preise, sonst wird DaWanda irgendwann einmal zu einem Ramschladen und nicht zu einem Marktplatz von einzigartigen Handmade-Produkten, das wäre sehr traurig!

P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter [email protected]. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!

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Beitrag von Christina Pöpke

geschrieben am 28.05.2012 um 10:00 Uhr.

8 Kommentare

  1. ♥♥♥ MütterMai bei DaWanda ♥♥♥ Ein kleiner Blick in die FormTier-Stube ♥♥♥ | FormTiere | Jedes Tier ein Original (28.05.12 10:09 Uhr)

    […] Zu meinem ersten großen DaWanda-Interview geht´s hierlang! […]

  2. Maria (28.05.12 14:00 Uhr)

    Martina, WAAAAHNSINN! :D Was für ein tolles Interview!

    Viel Erfolg auch weiterhin & ich hoffe IRGENDWANN werden wir uns mal persönlich sprechen – nicht via Mails oder über deinen Blog!

    Sonnige Grüße
    Maria

  3. Marisa (Engelenchen) (28.05.12 21:50 Uhr)

    Was für ein wunderschönes und ausführliches Interview! Vielen Dank! Martina, du hast da so eine wundervolle einzigartige Welt von Tieren geschaffen, das ist einfach beeindruckend. Ich freue mich jeden Tag über meine persönlichen Formtiere, die mich schon ein Weilchen begleiten :).
    Weiterhin viel Erfolg wünscht dir Marisa von Engelenchen

  4. Lisa (29.05.12 10:35 Uhr)

    Hey Martina, das ist ja wirklich super! Ganz tolles Interwiev!
    Sehr beeindruckend finde ich deine ganz anderen Produkte, eine neue Welt für die kleinen! Diene Tiere sind so Formschön und bezaubernd!
    Weiter so!

  5. Foto-Frage-Freitag #10 | FormTiere | Jedes Tier ein Original (01.06.12 08:10 Uhr)

    […] um ein Interview gebeten. Ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen, wer es noch nicht gelesen hat, hier geht’s lang. Ich freu mich auch über ganz viele Kommentare und […]

  6. ***”12 von 12″ im JUNI*** | FormTiere | Jedes Tier ein Original (13.06.12 15:15 Uhr)

    […] eine schöne Tasse Tee und ab ins Bett! FormTiere im DaWanda-Interview, bitte hier lang! Publiziert am 12. Juni 2012 von Martina Dieser Beitrag wurde unter Kreativ abgelegt und mit 12 […]

  7. DIY Donnerstag: Wir basteln uns einen SchrumpfKNOPF! | FormTiere | Jedes Tier ein Original (14.06.12 08:31 Uhr)

    […] gemacht, dass wir das definitiv noch mal wiederholen werden.   FormTiere im DaWanda-Interview, bitte hier lang! Publiziert am 14. Juni 2012 von Martina Dieser Beitrag wurde unter Kreativ abgelegt und mit […]

  8. Foto-Frage-Freitag #12 | FormTiere | Jedes Tier ein Original (15.06.12 06:48 Uhr)

    […] Soweit von mir, wenn Ihr sehen wollt, was die anderen gemacht haben, dann schaut mal hier! Und wer noch nicht mein Interview bei DaWanda gelesen hat, der spaziert einfach hier lang! […]

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