Mütter bei DaWanda: Regina von Tante Rö

Unsere Montags-Interview-Reihe im Familienmonat Mai ist noch lange nicht am Ende! Nach dem Ihr nun Tanja von enFant design und Petra von millemarille kennengelern habt, geht es nun weiter mit Regina aus Hamburg von Tante Rö! Ihre Mutterpasshüllen und Untersuchungshefthüllen für Kinder sind schon lange bei DaWanda-Kennern wohl geschätzt und heiß begehrt. Natürlich stellt sie auch noch andere tolle Sachen her, wie z.B. Haarspangenhalter, Nadelkissen und Schlüsselanhänger. Aber wer steckt hinter den charmanten personalisierten Designs? Natürlich eine DaWanda-Mama! Erfahrt hier mehr von Regina und der mysteriösen Tante Rö

“Die Arbeit für das Tante Rö – Label ist schnell zu einem Fulltime-Job geworden. Eigentlich ist immer etwas zu tun. Und da es so viel Spaß bringt muss ich mich manchmal zwingen, mich aus dem Thema herauszuziehen und nicht z. B. nachts noch einen neuen Namen für meine Mutterpass-Namenssammlung zu notieren.”

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich bin 44 Jahre alt und lebe mit meiner Familie mitten in Hamburg. Aufgewachsen bin ich in Lübeck und da in meiner Familie gerne Spitznamen verteilt wurden, hat mein kleiner Bruder aus Regina  irgendwie erst „Rödler“ und dann nur noch  „Rö“ entwickelt, daher auch mein Shop-Name Tante Rö! Zum Studieren bin ich nach Hamburg gezogen und dann hier hängengeblieben und lebe jetzt mit Mann, zwei Kindern und einer kleinen schwarzen Katze mitten in Eimsbüttel/Stellingen. Das ist trotzdem eine recht ruhige und grüne Ecke, am Rande eines großen Schrebergartengebietes. Auch wir ackern seit vielen Jahren in unserer Pazelle und tragen mal mehr, mal weniger große Ernten nach Hause. Ich liebe es, bei jedem Wetter und überall hin mit dem Fahrrad zu fahren. Da wir kein Auto haben, habe ich auch genug Gelegenheit dazu und oft kommen mir auf diesen Fahrten die besten Ideen. Die Kinder wurden von Anfang an abgehärtet was das Fahrradfahren betrifft. Außerdem ziehen mich die vielen schönen Flohmärkte in Hamburg immer magisch an. Es ist jedes Mal  eine kleine spannende Schatzsuche, mit der ich am liebsten das Wochenende beginne.

Welchen Beruf hast Du einmal erlernt?
Blöderweise wollte ich dann nach der Schule unbedingt Medizin studieren. Nach einem abgeschlossenen Studium kam direkt das erste Kind und ich nahm es als Chance,  dem inzwischen sehr ungeliebten Arbeitsfeld zu entkommen. Es folgte eine Umschulung zur Mediengestalterin und nach ein paar Jahren in dem Beruf das zweite Kind. In der Elternzeit habe ich zufällig beim rumsurfen DaWanda entdeckt und dachte “Das probierst du einfach auch mal…”.

Kannst Du uns mehr über Deine Kinder erzählen?
Meine Tochter heißt Frieda und ist neun Jahre alt. Sie hat meine kreative Ader geerbt, kann stundenlang konzentriert herumbasteln, hat auch eine eigene Nähmaschine und hat für ihre Puppen sogar eine Mutterpasshülle genäht. Vor kurzem war ihr Zimmer übersäht mit winzigsten Papierschnipselchen. In tagelanger Arbeit hatte sie mit ihrer Freundin kleine Läden für die Kuscheltiere gebastelt. Auf den Schnipseln waren Gegenstände, die die Kuscheltiere in ihren Läden verkauften. Es gab ca. 30 verschiedene Läden und jeder hatte seine passenden Minischnipsel-Produkte mit Preisschildern. Der Obststand hatte sogar aufgeschnittene Mini-Melonenhäppchen zum Probieren. Täglich kamen neue Läden und Produkte dazu – es war sehr faszinierend und schon etwas unheimlich wie das Zimmer immer mehr zuwuchs! Besonders an ihr ist auch das, in den Ferien immer total gerne „Schule“ gespielt wird! Mein Sohn Anton ist sechszehn Jahre alt und natürlich schon sehr selbständig und mittlerweile der größte der Familie – der pubertäre Wachstumsschub ist unglaublich! In einem Jahr ist er voraussichtlich mit der Schule fertig und macht Pläne, sich dann erst mal ins Ausland abzusetzen. Er interessiert sich mehr für Fakten, Finanzen und Fußball. Er nimmt regen Anteil an allen, was mit Tante-Roe Marketing, Preiskalkulation  und ähnlichem  zu tun hat.

Wie läuft ein Tag bei Tante Rö denn ab?
Morgens treffen sich alle zum Frühstück in der Küche. Zwischen 7.30 Uhr und 7.45 Uhr verlässt die Familie mit ihren Fahrrädern das Haus und ich mache kurz ein bisschen Haushaltskram. Mit einer Tasse Tee geht es dann an den Rechner, um die Finanzen zu überprüfen, fertige Bestellungen zu verpacken und die Aufträge des Tages der Dringlichkeit nach zu planen. Dann wird zugeschnitten, genäht, fotografiert, verpackt.  Dabei höre ich gerne die verschiedensten Hörbücher aus der Bücherei. Da die meisten meiner Nähwerke so klein sind, dass sie in einen normalen Briefkasten passen, muss ich die fertigen Sendungen nur ein paar Schritte in unserer Straße weit tragen, um sie auf die Reise zu schicken. Frieda geht bis 16 Uhr in den Hort der Grundschule, Anton ist auch oft bis nachmittags in der Schule. Mittlerweile macht auch Frieda fast alle ihre Wege zu Freundinnen oder zum Sport alleine, so dass immer mehr Arbeitszeit für mich frei wird.  Mein Mann kommt um 16.30 Uhr zurück. Wir setzen und mit einem Kaffee und Keks zusammen und abends gibt es möglichst ein gemeinsames Abendessen, was aber wegen diverser Hobbys der Familienmitglieder nicht immer machbar ist.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und was schenkt Dir Inspiration?
Soweit ich zurückdenken kann habe ich mich am liebsten durch alle denkbaren kreativen Techiken gearbeitet: Knetgummi, Malen, Töpfern, Batik, Wolle spinnen, Stricken. Als Teenager habe ich mit großer Leidenschaft Marionetten gebaut oder zusammen mit meiner Oma und Mutter an einer großen Patchworkdecke gesessen. Von dem ersten selbstverdienten Geld habe ich mir meine eigene Bohrmaschine gekauft! Eine gute Inspirationsquelle sind für mich illustrierte Kinderbücher. Auch wenn ich mich freue, wenn meine Kinder es schaffen mal ihre Sachen auszumisten – wenn da ein schönes Bilderbuch dabei ist, behalte ich es für mich und packe es in meine kleine Sammlung! Da mag ich zum Beispiel Nadja Budde (Trauriger Tiger toastet Tomaten, 1,2,3,Tier…) sehr gerne. Sie zeichnet herrlich freche und spröde Figuren und es gibt noch witzige Texte dazu.

Mit welchen Materialien arbeitest Du?
Ich arbeite am liebsten mit einer Kombination aus neuen und schon gelebten Stoffen. Mir gefällt die  Recycling- und Upcycling-Welle sehr. Aus Sachen etwas herzustellen, die andere Leute wegwerfen würden, finde ich sehr reizvoll. Leider habe ich nicht so viel Lagerplatz, um all die vielen Schätze aufzubewahren, aus denen sich mit Sicherheit etwas tolles herstellen ließe.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben und was kennzeichnet ihn?
Mein Stil ist bunt, kindlich, zum Schmunzeln anregend und gute Laune verbreitend.

Welches Produkt in Deinem DaWanda-Shop ist Dein Verkaufsschlager?
Manchmal denke ich, dass das Medizinstudium doch irgendwie nützlich war, denn als Verkaufschlager entpuppte sich quasi sofort meine Mutterpasshülle, die ich wegen meiner anatomischen Kenntnisse mit einer “perfekten” Schwangerenapplikation versehen konnte! Noch in der Anfangszeit wurde ich von der ELTERN-Redaktion entdeckt, was glaube ich viele Kunden einbrachte und den Start sehr erleichterte. Als sich Anfragen häuften wie, „Kann ich die Hülle auch mit blonden kurzen Haaren bekommen?“, habe ich den Mutterpasshüllen-Bestellbogen entworfen. Damit kann man sich seine eigene kleine Schwangere zusammenbasteln. Bei Bedarf bekommt die Schwangere auch noch eine Brille oder ihren typischen Leberfleck oder etwas das speziell für sie ist. Inzwischen habe ich viele Stammkundinnen, die erst sich selbst und dann alle ihre schwangeren Freundinnen mit  meinen Mutterpasshüllen ausstatten. Von einigen wird man eingeweiht, dass sie nach langer ungewollter Kinderlosigkeit  ihr Glück der Schwangerschaft mit  einer passenden Hülle feiern wollen. Beim Nähen liegt oft noch diese Begeisterung der werdenden Mütter und Tanten und anderen Verwandten mit in der Luft – herrlich! Viele melden sich, wenn das Baby auf der Welt ist und schicken mir auch Babyfotos und bestellen dann die passende U-Heft-Hülle.  Ich bin immer wieder gerührt auf diese Art am Wunder des Lebens teilnehmen zu können.

Wie bewahrst Du Dir ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Familie?
Ich liebe meine flexiblen Arbeitszeiten. Bei Bedarf kann ich mir immer Zeit für die Familie nehmen. Oft hole ich die Zeit dann abends und nachts  und am Wochenende nach. Trotzdem müssen hin und wieder Prioritäten gesetzt werden und die Phasen nehmen gerade zu, in denen ich zu Gunsten der Näherei nicht mehr überall dabei sein kann. Ich mache meine Arbeit aber wirklich total gerne und ich habe etwas gefunden, von dem es eigentlich keine Erholung braucht – da werden Wochenende und Freien fast überflüssig! Trotzdem habe ich ein Mal pro Woche einen wichtigen Termin, der eingehalten werden muss: Die Probe in meiner kleinen Frauen-Percussion-Band ToubabaQuinta. Wir sind fünf Frauen, ein eingespieltes Team, dass unzählige Babypausen, nämlich sieben Stück, heil überstanden hat und teilweise weite Anreisewege auf sich nimmt, um die wöchentliche Probe in Hamburg zu bestreiten.

Wer unterstützt Dich bei Deiner anfallenden Arbeit?
Die Tante-Rö-Arbeit mache ich alleine. Für die anfallenden Haushalts- und Kleingartenarbeiten lassen sich zum Glück Mann und Kinder brauchbar einspannen. Zum Glück sind alle in meiner Familie schon so groß und selbstständig. In Phasen der Hochkonjunktur wäre es sonst nicht zu schaffen.

Welche Rolle spielt DaWanda für Dich?
DaWanda eröffnet einen riesigen Marktplatz zu fairen Konditionen. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen mir immer wieder, dass ich auf dem richtigen Weg bin und beflügeln mich regelmäßig hier weiter zu machen. DaWanda hat mein Leben in eine völlig neue Bahn gelenkt. Dass die Tante Rö-Produkte so gefragt sein werden und sogar die Presse ab und zu darauf aufmerksam wird, hätte ich mit der Shoperöffnung ich niemals für möglich gehalten.

Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda:

Welchen Ratschlag würdest Du Eltern geben, die noch DaWanda-Neulinge sind?
Wenn das Bauchgefühl zum Verwirklichen der kreativen Träume drängt – unbedingt einfach ausprobieren! Mit einem DaWanda-Shop geht man ja erst mal kein finanzielles Risiko ein. Man kann schön klein anfangen und sehen, ob die Produkte ankommen. Dabei sollte man sich um die grundlegendsten rechtlichen Vorgaben kümmern, damit es kein böses Erwachen gibt. Im Dawanda –Rechtsportal erfährt man schnell das wichtigste. Für mich sind gute Fotos sehr wichtig, damit mich ein Shop anspricht. Auch wenn es aus manchmal nicht nachvollziehbaren Gründen nicht alle schaffen, so gibt es mittlerweile so viele positive Erfolgsstories, da würde ich mich jetzt mal mit einbeziehen, dass es immer den Versuch wert sein wird. Und: „Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du Schönes bauen.“ (Erich Kästner)

P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter [email protected]. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!

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Beitrag von Christina Pöpke

geschrieben am 21.05.2012 um 10:00 Uhr.

2 Kommentare

  1. Christiane (24.05.12 20:44 Uhr)

    Liebe Regina, schön der Blick hinter Deine Kulissen! Nun weiß ich endlich, woher meine tollen Einkäufe kommen! Weiter so! Liebe Grüße

  2. Lisa (30.05.12 18:43 Uhr)

    Hallo Regina,
    ich bin ein großer Fan deiner Arbeit und freue mich schon drauf, wenn meine Freundinnen endlich mal alle schwanger werden :-)

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