Im Interview: Senfgelb

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Ton, Steine, Scherben sind das Metier von Marina aus Nürnberg.
Die 23-Jährige Kunststudentin fertigt neben ihrem Studium wunderbar schlichten Keramikschmuck. Broschen, Ohrringen, aber auch Schalen finden den Weg in ihren Shop Senfgelb. Wir freuen uns sehr, Euch Marina und ihre Arbeit im letzten DaWanda-Interview für dieses Jahr vorstellen zu dürfen (alle 48 Interviews aus 2010 findet Ihr in unserer Rubrik Interviews) und freuen uns schon auf viele weitere kreative Persönlichkeiten und ihre Geschichten in 2011!

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich komme aus dem schönen Coburg in Oberfranken – mein Herz wird wohl immer an meiner Heimat hängen. Seit vier Jahren wohne ich in Nürnberg und studiere hier Kunst auf Lehramt für Grundschulen.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt?
Die war zum Glück schon immer da – auch meine ‚Händlertätigkeit’: Als Kind habe ich Tigerenten zum Ziehen aus Holz gebaut und auf unserem Dorffest verkauft; später Bastelkurse mit organisiert und natürlich schon immer selbst gewerkelt, geschreinert, gestickt, gestrickt, genäht und vor allem fotografiert, gezeichnet und gemalt – das sind auch meine Hauptfelder in meiner künstlerischen Tätigkeit. Meine jetzigen eher kunsthandwerklichen Hauptbereiche – das Töpfern und das Filzen – habe ich erst vor ca. zwei Jahren für mich entdeckt.

Woher beziehst Du Deine Inspiration?
Aus den Farben und dem Material an sich! Ich liebe es, den kalten, harten Ton und die warme, weiche Wolle in Händen zu halten und damit zu arbeiten. Die größte Inspiration geben mir allerdings die Farben – wenn ich das Meer an Farbtönen sehe muss ich loslegen. Und es gibt noch so viele Ideen zu verwirklichen…

Hast Du Vorbilder im Bereich Design? Falls ja, wen und warum?
– Die Keramikerin Young-Jae-Lee wegen ihres klaren Designs.
– Alles aus dem Jugendstil – ich liebe die Formen, Farben und den Stil dieser Zeit.
Jürgen Götze, Modelleur und sehr guter Freund, der mich seit einem Jahrzehnt begleitet, unterstützt und inspiriert.

Wie kamst Du auf die Idee für die Produkte in Deinem DaWanda-Shop?
Los ging es mit den Tonschalen – ich habe hier in Nürnberg die tolle Möglichkeit, in einer wunderbaren kleinen freien Werkstatt zu arbeiten. Sie ist mein Lieblingsort in der ganzen Stadt und für mich an sich eine große Inspirationsquelle. Hier habe ich ein Jahr lang ausprobiert und kreiert, bevor ich dann den Shop eröffnet habe. Parallel habe ich zu Hause für mich selbst gefilzt, dabei sind Produkte entstanden, die ich für MICH genau so gefertigt habe – sie entsprechen also meinem ureigensten Geschmack.
Da ich Schmuck liebe wollte ich natürlich auch hier nicht halt machen und habe nach vielen Versuchen mit Glasur, Form und Material meine schlichte, farbenfrohe Schmucklinie entwickelt. Ich arbeite daran, sie auszubauen und werde sie ab Januar in einem gesonderten Shop verkaufen.

Mit welchen Materialien arbeitest Du bei der Herstellung Deiner Produkte?
Mit Ton, Glasurpulvern, die zu Glas ausschmelzen, Schafwolle, Stoffen und so bald wie möglich mit Silber, Kupfer und worauf ich mich besonders freue: Emaille.

Beschreibe bitte kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Fühlen, riechen, vorstellen, Farben Denken und Sehen und viele Gespräche mit Freunden.

Was zeichnet Deine Produkte / Deinen Stil aus?
Die Geradlinigkeit – bewusst gewählte Farben in großen Flächen, keine Schnörkel. Verspielte Weichheit in meinen Filzobjekten und klare Härte in meiner Keramik. Der wichtigste Faktor ist auf jeden Fall die Liebe zum Material und zur Farbe.

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Was hat sich für Dich verändert, seit Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
Ich nehme mir die Zeit, alles auszuprobieren und umzusetzen was mir im Kopf herumspukt – das macht mich wiederum sehr glücklich. Mit meinem zweiten Shop (Metjendorf) lebe ich meine Sammelleidenschaft voll aus.

Wer sind Deine Kunden?
Ich glaube nicht, dass es hier Grenzen gibt – von meinem Uniprofessor, der meine Tonschalen liebt über meine Freunde bis hin zum breiten DaWanda-Publikum. Ein neu dazu gewonnener Kunde ist eine bekannte Boutique in Nürnberg, über die Begeisterung der Inhaberin für meinen Schmuck bin ich sehr stolz.

Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda:
Donauluft
Frolleinwunder
– und auch ich bin dem Charme verfallen – meko

Wie siehst Du Deine Zukunft als DesignerIn bzw. Kunsthandwerkerin?
Langsam glaube ich, dass ich es einfach zum alleinigen Beruf machen MUSS – mein Leben lang komme ich immer wieder zum Kunsthandwerk zurück. Was ich mich früher nie getraut hätte erscheint durch DaWanda langsam doch möglich und ich hoffe, dass ich dieses Ziel irgendwann verwirklichen kann. Es wäre so schön, sich endlich nur damit zu beschäftigen und endlich die Zeit zu haben, alle Ideen umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Dein Schlusswort?
Einfach „Danke“.

P.S.: Wenn Du auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtest, sende bitte Deinen ausgefüllten Fragebogen an interview@dawanda.com.

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Beitrag von Anna

geschrieben am 27.12.2010 um 11:09 Uhr.

Kategorie: Interviews

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Über Anna

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2 Kommentare

  1. pusselliese (28.12.10 08:30 Uhr)

    Herzlichen Glückwunsch zu so viel Inspiration und Kreativität. Da muß ich gleich mal stöbern gehen………..

  2. broschenmanufaktur (28.12.10 18:33 Uhr)

    Tolle Schmuckstücke und ein sympathisches Interview!

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