Im Interview: Zierstiche

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Die Kreationen der Kommunikationsdesignerin Martina Stobinsky haben ausnahmslos Charakter: Allen voran ihre witzigen Monster, die als Handytaschen oder  Geldbeutel schnell zu unverzichtbaren Alltagsbegleitern werden, denn mit ihrem kessen Grinsen machen sie in jeder Lebenslage gute Laune! Martina beweist aber auch bei ihren schicken Schlafbrillen und Mäppchen Gespür für die richtige Dosis Witz, ihre Produkte bestechen durch Originalität und tolle Farbkombinationen. Inzwischen arbeitet sie in ihrem eigenen Atelier und gewährt uns heute einen Blick hinter die Kulissen ihres Shops Zierstiche:

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich heiße Martina Stobinsky und bin 31 Jahre alt. Ich komme aus Heidelberg, wohne aber seit neun Jahren in Berlin. 2003 habe ich hier mein Diplom gemacht und angefangen, selbständig als Grafikerin zu arbeiten. Weil mir nach einer Weile das Handwerkliche gefehlt hat und ich das Bedürfnis hatte, Dinge zu gestalten, in denen ich mich selbst ganz ausleben kann, habe ich die Nähmaschine wieder aus der Versenkung geholt und angefangen, kleine Monster zu nähen. 2007 wurde aus dem Hobby das Label Zierstiche. Die Produktpalette und der Kundenkreis wuchsen beständig, dank einiger Pressereaktionen und vor allem dank DaWanda. Seit letztem Jahr haben meine Monster endlich ein eigenes Zuhause und ich mehr Platz zum Arbeiten im meinem Ladenatelier in Berlin Friedrichshain.
Auch wenn ich leidenschaftlich gerne arbeite, ist das nicht alles! Ich reise für mein Leben gerne, am liebsten nach Indien! Außerdem bin ich ein Bücherwurm und koche sehr gerne, am besten natürlich mit Freunden. Und was wäre das Leben ohne Musik …

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt?
Die war einfach schon immer da! Ich habe schon als Kind gerne gemalt und gebastelt. Mein Vater hat mir alles beigebracht, was eine kleine Heimwerkerin können muss. Nähen hab ich von meiner Mama und von meiner Oma gelernt, ich nähe heute noch auf ihrer Nähmaschine. Ich hatte Kunst Leistungskurs und wollte immer einen künstlerisch-kreativen Beruf ausüben. Auch wenn ich mich für viele andere Sachen interessiere, kann ich mir schwer vorstellen, etwas anders zu tun, denn es ist so abwechslungsreich und frei. Einstein soll mal gesagt haben: „Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!“

Mit welchen Materialien arbeitest Du bei der Herstellung Deiner Produkte?
Fleece, Filz, bunt gemusterte Baumwollstoffe, mexikanisches Wachstuch, Bändchen und Borten, Knöpfe und natürlich viel Liebe und Herzblut.
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Woher beziehst Du Deine Inspiration?
Neugierig mit offenen Augen durch die Welt gehen, viel Verreisen und mit sich mit Freunden austauschen.

Hast Du Vorbilder im Bereich Design?
Wirkliche Vorbilder nicht. Aber ich liebe die Filme von Hayao Miyazaki und bewundere, dass er es geschafft hat, irgendwie Kind zu bleiben, offen und neugierig. Ich mag die Kunst von Frieda Kahlo und Amrita Sher-Gil, die auch sehr faszinierende Persönlichkeiten waren.

Beschreibe bitte Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Zuerst entsteht eine Idee, manchmal durch Anregungen von Freunden oder Kunden oder weil ich ein Geschenk brauche oder sie ist halt einfach da. Meistens trage ich sie eine Weile mit mir rum und sie reift von ganz alleine. Irgendwann mache ich Skizzen und Entwürfe für Prototypen. Die werden dann verschenkt oder ich probiere selbst, was ich besser machen könnte. Am Ende entsteht daraus ein Schnittmuster und die erste Kleinserie. Bei den Monstern überlege ich mir danach noch den passenden Charakter dazu und zeichne eine Grafik fürs Etikett. Manchmal finde ich aber auch tolle Stoffe, sammle sie und überlege dann, was sich daraus machen lässt.

Wer sind Deine Kunden?
Das ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall gibt es „Wiederholungstäter“, das ist toll!

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin?
Ich habe eigentlich immer mehr Ideen als Zeit, also mache ich mir keine Gedanken über meine Zukunft. Als ich mich z.B. bei DaWanda angemeldet habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal einen eigenen kleinen Laden haben werde, da kann ich nur gespannt bleiben und mich überraschen lassen, was noch kommt. Ich bin einfach gnadenlos optimistisch, das scheint mir Glück zu bringen.

Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit?
Da ich bis vor kurzem noch zu Hause gearbeitet habe, finde ich vor allem den Austausch mit den Kunden und das Feedback von anderen super. So kann man sehen, wie die Sachen ankommen oder Anregungen bekommen, sie weiter zu entwickeln. Und es ist natürlich eine tolle Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen und auf sich aufmerksam zu machen, auch ohne großes Startkapital.

Was hat sich mit Deinen DaWanda-Shop für Dich verändert?
Für mich kam DaWanda genau zur richtigen Zeit, mein Label ist sozusagen mitgewachsen. Als ich mich angemeldet habe, hatte ich nicht mal zehn Produkte und wusste noch gar nicht, ob die überhaupt jemand kauft. Das erste Weihnachten mit DaWanda hat mich förmlich überrumpelt, so viele Bestellungen und so viel tolles Feedback! Ich war zwar total übermüdet, aber auch echt glücklich. Zierstiche wäre ohne DaWanda nicht, was es ist.

Deine drei Lieblingsshops?
naschpirat
smil
suparina

Dein Schlusswort?
Einfach mal ein dickes großes buntes DANKESCHÖN!

P.S. Wenn Du auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtest, sende bitte Deinen ausgefüllten  Fragebogen an [email protected].

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Beitrag von juliane

geschrieben am 29.06.2009 um 09:06 Uhr.

Kategorie: Interviews

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