Im Interview: Annika von OMA

Wer buntes, geometrisches Design mag, ist bei OMA genau richtig. Die geometrischen Formen liegen voll im Trend, sind hier aber so originell in Ketten, Ohrringen und Broschen umgesetzt, dass Ihr Euch damit garantiert von der Masse abhebt! Wie Shopinhaberin Annika ihre Schmuckstücke herstellt und wie sie auf den Namen ihres Shops kam, erzählt sie uns im Interview!

Erfahre im Interview jetzt noch mehr über OMA

Bitte stell Dich kurz vor:
Moin, ich bin Annika, stolze Ostfriesin. Vor kurzem habe ich meinen Abschuss in Modedesign an der Kunsthochschule in Bremen gemacht. Meine Mode-Kollektionen waren in ihrer Form immer reduziert. Der Schwerpunkt lag auf der Farb- und Oberflächengestaltung. Bei meinem Schmuck ist das nicht anders. Schon während des Studiums habe ich mein kleines Schmuck-Label OMA gegründet, hatte dafür aber immer viel zu wenig Zeit. Das ist nun anders und ich befinde mich fast nonstop in meiner OMA Welt. Es ist mein Raum für Experimente und Getüftel. Es begann chaotisch ohne roten Faden, dafür mit viel Spaß daran, Neues zu entwickeln, zu lernen und zu verbessern. Mittlerweile habe ich meinen roten Faden gefunden und mehr Spaß an OMA denn je. Mein Schmuck ist reduziert und besteht aus geometrischen Formen. Durch die klare Formgebung kommen knallige Farbakzente und Oberflächenstrukturen besonders gut zur Geltung. Die in erster Linie benutzen Materialien sind Messing, Acrylglas und Holz. Ich fertige meine Ketten, Broschen und Ohrringe in pingeliger Handarbeit, mit viel Liebe zum Detail und in einer kleinen Auflage. Jedes Teil ist ein Unikat. Neben Schmuck und Mode mag ich Farben, Filme und wilde Musik.

Ohne DIY könnte ich nicht leben, weil …
es mich zufrieden macht, eigene Dinge entstehen zu lassen und dabei keinen Regeln oder Beschränkungen folgen zu müssen. Ohne DIY würde mir auf jeden Fall etwas fehlen. Es ist toll, dass die DIY Kultur so einen Hype erlebt und viele Leute individuelle Produkte schätzen und auch bereit sind, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen, statt der Billig-Kultur mit Waren von der Stange zu frönen.

Wie bist Du zu DaWanda gekommen und was hat sich in Deinem Leben seit der Eröffnung Deines Shops verändert?
Auf DaWanda habe ich schon immer gerne gestöbert, aber einen eigenen Shop zu eröffnen konnte ich mir nicht vorstellen, wobei ich es mir insgeheim wünschte. Vor ein paar Jahren habe ich mit dem Nähen begonnen, wollte unbedingt Mode studieren. Während der Arbeit an meiner Mappe für den Master habe ich alle möglichen Materialien getestet, ich war im Flow und eins kam zum anderen. Ganz langsam entwickelten sich aus meinen vielen kleinen Experimenten erste Formen und schließlich das Interesse für Schmuck: Holzteile wurden gelasert, bemalt und zu Anhängern zusammengesetzt, Muster gezeichnet und als Motive für Kettenanhänger benutzt, Illustrationen wurden zu Broschen. Viele Ideen habe ich verworfen, dafür an anderen weiter gearbeitet. Meine Freundin Helke, die selber einen Shop bei DaWanda hat, machte mir Mut, also probierte ich es einfach und eröffnete meinen kleinen Shop. Es gab schließlich nichts zu verlieren. Gleich am ersten Tag habe ich eine Tasche verkauft, das war natürlich ein perfekter Start. Zuerst war mein Shop-Angebot noch sehr durcheinander, es gab von allem etwas, die ganze Gestaltung war chaotisch, die Fotos schlecht. Mit dem Entwickeln neuer Formen und Schmuckstücke, änderte sich auch die Optik des Shops. Ich lernte dazu. Die Gestaltung des Shops veränderte sich im Laufe der Zeit enorm und wurde, ebenso wie meine Produkte, immer klarer und reduzierter. Mittlerweile denke ich aber, dass ich meinen Stil gefunden habe. So klar wie möglich, kühl und gerne mit Farbklecks und einer interessanten Oberflächenstruktur. Der Shop ist mir auf jeden Fall sehr wichtig und seit der Eröffnung hat sich mein Leben insofern geändert, dass ich selbstbewusster bin, meine Designs zu zeigen, ob online oder direkt auf Handmade-Märkten.

Wie bist Du auf den Namen Deines Shops gekommen?
Die Namenssuche für den eigenen Shop ist nicht einfach gewesen. Kurz und knackig sollte er sein, das wusste ich, mehr nicht. OMA war erst nur eine von vielen spontanen Ideen. Es gab einen Haufen Namen, aber keiner erschien mir passend. Allerdings blieb OMA immer in meinem Kopf. Der Name wurde schnell zu einem eher abstrakten Wort, einem Klang, den ich mochte. Als OMA dann auf einem Blatt Papier stand und ich sah, wie gut er geschrieben aussah, blieb er. Die Formen der drei Buchstaben O,M und A lassen sich in meinem geometrischen Schmuck wiederfinden.

Wie bekommst Du Ideen für neue Produkte und wie sehen Deine Arbeitsprozesse aus?
Ideen gibt es überall. Ich muss sie gar nicht lange Suchen, sie entwickeln sich beim Machen. Besonders wichtig für die Ideenentwicklung sind für mich Materialien. Wenn mir ein Material zusagt, beschäftige ich mich damit und probiere, was es hergibt, wie es zu bearbeiten ist. Dann entstehen Formen, die wiederum zu neuen Kombinationen mit anderen Materialien oder Farben führen. Eins ergibt das anderen, es geht immer weiter. Meistens sind meine Schmuckstücke zu Beginn noch recht überladen, zu viele Elemente auf einmal. Dann beginne ich, sie auf das Wesentliche zu reduzieren um mich dann wiederum mit der Gestaltung ihrer Oberfläche zu befassen, die oft intuitiv entsteht. Ich bin immer neugierig und interessiert an neuen Techniken und Handwerken. Vor Kurzem habe ich Bronzeguss ausprobiert und hätte Lust, mich mit Keramik zu befassen.

Kreatives Tief und nun? Was sind Deine Tipps gegen plötzliche Ideenlosigkeit?
Am besten beschäftigt man sich bewusst mal nicht mit seinen Ideen und Projekten, sondern macht irgendetwas ganz anderes: eine Runde mit dem Rad drehen, ausgiebiger Kaffeegenuss, die Katze mal wieder ordentlich durchknuddeln. Ich glaube, das handhaben fast alle Gestalter so. Sich zwingen Ideen zu haben, klappt in der Regel nicht, wobei man sich natürlich irgendwann auch einen Tritt geben muss, damit es weiter geht. Der Start für ein neues Projekt kann überall sein, darum sollte man immer etwas dabei haben, um Inspirierendes festhalten zu können, wie z.B. ein Skizzenbuch und Stifte.

Wie machst Du Deine Produkte bzw. Deinen Shop bekannter?
In den sozialen Medien bin ich noch nicht lange unterwegs, aber immerhin schon mal auf Facebook vertreten. Ich gehe gelegentlich auf Handmade-Märkte und verkaufe meine Sachen in einigen Läden. Zusammen mit zwei Freundinnen organisiere ich seit drei Jahren den schönen kleinen Handmade-Markt „Tüdel Tied“, der gut angenommen wird.

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin aus? Worauf dürfen wir uns noch freuen?
Erstmal möchte ich mich im Bereich Schmuck weiter austoben und noch viel lernen und kreieren. Neben dem Schmuck würde ich zudem gerne eine kleine Kollektion entwerfen und in meinem Shop anbieten. Die erste OMA-Kollektion ist mir auf jeden Fall sehr wichtig. Ich tüftle fleißig dran herum und hoffe, sie bald zeigen zu können.

Wenn Du nicht in Deinem Atelier oder in Deinem DaWanda-Shop bist, dann bist Du…
Am Deich, im Kino oder an irgendeiner Bar bei einem schönen, kalten Weizen.

Nenne uns Deine liebsten Orte im Netz:

http://jnowak.blogspot.de  ein toller Illustrator und ein super Typ!
http://goldbonsche.com  turbo leckere Back-Rezepte von der süßen Birte.

Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda und verrate uns warum Du sie so magst:
Hellicopter: Die verträumten Mädchen von der schnuckeligen Helke sind ein Muss für jedes verträumte Mädchen!
FredericksLaden: An meiner Wand hängt einer seiner Siebdruck Karte. Ich mag seinen Stil. Bunt und frech.
Wrede-Metalldesign: Reduzierter Schmuck aus Metall. Will ich alles haben!

Welchen Ratschlag würdest Du jemandem geben, der vor hat seine kreativen Träume zu  verwirklichen? Was würdet Du DaWanda-Neulingen raten?
Nicht lange warten, sondern loslegen. Finde heraus, was du magst und kannst, sei fleißig und bleib am Ball. Man muss eine Menge Zeit in seinen Shop, die Entwicklung und Fertigung der Produkte stecken, das sollte einem bewusst sein. Es macht auch nicht alles Spaß. Aber ich denke, wenn man gestaltet, was einem selbst gefällt und man immer wieder Lust hat weiter zu machen, wird das schon.

Was willst Du in Deinem Leben noch erreichen?
Ein Traum wäre ein kleiner Laden, in dem neben Sachen von OMA auch Kleidung und Accessoires von anderen Designern verkauft werden. Auch eine Second-Hand Ecke müsste rein. Im Laden könnten zudem z.B. Nähkurse angeboten werden und Ausstellungen stattfinden…alles Mögliche, um auch gemeinsam Spaß zu haben und Neues zu lernen. Das wäre toll. Wer will mitmachen?

Dein Schlusswort?
Also ich bin froh, dass ich meinen kleinen Shop eröffnet habe. Danke! Und euch danke für’s Lesen.

 

DaWanda-Interview-OMA-Rabattcode

Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, müsst ihr dazu bloß online unseren Fragebogen ausfüllen.

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Beitrag von Philipp Dunkel

geschrieben am 09.01.2017 um 10:00 Uhr.

Ein Kommentar

  1. Jana Krüger (10.01.17 20:50 Uhr)

    Also die Idee mit dem Laden ist super. Sowas habe ich auch vor. Aber in Dresden – leider etwas weit weg. Aber ich wünsche dir alles Gute!

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