Carolin von Carmareli ist in der glücklichen Lage, dass sie Ihr Hobby zum Beruf machen konnte. Die Regensburgerin hat Modedesign in München studiert und sich ganz ihrer Leidenschaft verschrieben. Ihr Spezialgebiet ist das Stricken, was sich deutlich in Ihren Designs wiederspiegelt. Wir haben mal nachgefragt, wie die junge Mutter und Designerin Mode und Familie unter einen Hut bekommt und dabei noch immer vor Ideen strotzt.
Bitte stell Dich kurz vor:
Ich würde sagen, ich bin eine lebensfrohe, stilbewusste Individualistin, die ausgefallene Dinge liebt, die nicht jeder hat. Stets auf der Suche nach stilvollen, außergewöhnlichen Dingen die mein Haus, mein Garten und natürlich auch mich selbst schmücken. Ich räume Partnerschaft, Harmonie und Freundschaft einen hohen Stellenwert im meinem Leben ein und liebe meinen Beruf.
Wo entstehen Deine Produkte und wie viel Zeit verbringst Du mit der Herstellung Deiner Produkte?
Meine Produkte entstehen in einer kleinen familiengeführten Strickerei in Österreich, die ich regelmäßig besuche. Nach 1 1/2 Stunden auf der Landstraße durch Wälder und kleinen Bergschluchten gelangt man in ein kleines Dörfchen namens Hofkirchen. Ich habe lange nach einer geeigneten Strickerei gesucht, die bereit war meine Ideen zu verwirklichen ohne meinen Geldbeutel zu sprengen. Mini-Stückzahlen und aufwendige Muster zu moderaten Preisen. Das war nicht einfach, aber ich habe glücklicherweise dort die passenden Menschen gefunden, die Lust auf Neues haben. Es wird zunächst eine Kollektion mit unterschiedlichen Motiven produziert und wenn ein Motiv gut ankommt, wird dieses stetig nachproduziert. Somit habe ich immer ein kleines Lager für meine DaWanda Kunden zu Hause.
Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und wer inspiriert Dich?
Bereits mit neun Jahren habe ich zu Weihnachten eine Nähmaschine bekommen, um meine Puppenkleider selbst zu schneidern und habe als Kind viel Zeit mit Handarbeiten und Basteln verbracht. Von daher war es nahe liegend irgendetwas in diese Richtung zu studieren. Inspirieren lass ich mich von vielen Dingen, aber eigentlich von keiner bestimmte Person.
Wie kommst Du auf die Idee für neue Produkte?
Meine Inspirationsquellen liegen in der Kunst, Natur und Geschichte. Ich gehe öfter ins Museum (wenn es in die Zeit erlaubt) und besuche kleine Gemälde-Ausstellungen. Ich liebe die üppig duftende Farbenpracht meines Gartens und alte Häuser und sehe mir abends am liebsten historische Filme an, mit den prachtvollen Kleidern der Damenwelt des 19. Jahrhunderts oder auch einen alten Schinken der 50er Jahre. Ich arbeite vornehmlich mit Naturfasern, die angenehm auf der Haut zu Tragen sind und nicht einengen. Jersey und Strick sind meine Lieblings-Materialien.
Beschreibe kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Da ich selbst meine Strickstoffe kreiere, steht das Motiv/Muster zuerst im Vordergrund. Ich überlege mir ein Motiv und versuche es schematisch in eine Strickmuster zu verwandeln, dass sich anfangs nur aus kleinen Kästchen zusammensetzt. Wenn mir das Muster in seiner Form und Farbgebung gefällt, überlege ich mir welcher Schnitt nun passend ist. Ein Schnitt wird konstruiert und zu Papier gebracht. Während ich mich um die Schnitte kümmere, hat die Strickerei bereits mein Strickmuster in der Hand und versucht es auf die Strickmaschinen zu übertragen. Das erste Modell nähe ich meistens selbst um die richtige Passform zu ermitteln. Die richtige Produktion mit Fachpersonal übernimmt dann die Strickerei.
Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben und was kennzeichnet ihn?
Der Carmareli-Stil lässt an Alice im Wunderland, englische Tea-Partys und süße Puppenkleider denken. Da aber niemals ein ironischer Touch fehlt, sind die Kleider auch wunderbar für jede moderne Großstadt-Lady. Anmutig, lieblich und mädchenhaft aber trotzdem lässig und chic. Kennzeichnend sind die herzigen Reh-Motive umgewandelt in Strick, die sonst kaum einer so umsetzt.
Wie siehst Du Deine Zukunft als DesignerIn?
Ich möchte natürlich meine Kollektion noch erweitern und neue Muster und Formen entwickeln. Vielleicht kommen in naher Zukunft auch Pullis und Kleidchen für Kinder hinzu.
Hast Du „Kollegen“, mit denen Du Dich über Techniken, Tricks und Ideen austauschst?
Da ich Modedesign studiert habe, kenne ich natürlich viele Gleichgesinnte. Wir treffen uns auch immer wieder auf Messen und gehen zusammen einen Cafe trinken. Aber da viele in unterschiedlichen Städten quer durch Europa arbeiten, wird ein Zusammenkommen immer schwieriger. Gott sei Dank gibt es Telefone und Internet.
Was würdest Du DaWanda-Neulingen raten?
Ich denke um wirklich erfolgreich bei DaWanda verkaufen zu können muss man schon ein Konzept haben und sich klar werden, welchen Stil man hat und welche Kunden man ansprechen will. Kurz gesagt ein roter Faden ist sehr wichtig um professionell zu wirken. Ganz wichtig sind gute Fotos (nicht nur ein Bild, sondern mehrere mit Detailaufnahmen) die müssen nicht unbedingt von einem professionellen Fotografen sein. Man bekommt das mit etwas Übung und Bildbearbeitungsprogrammen auch sehr gut selbst hin. Und viel Zeit für eine genaue Beschreibung des Produkts verwenden – nicht zu lang aber präzise.
Nenne uns bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda:
Erzähl uns Deine persönliche DaWanda-Story:
Ich habe schon einige Freunde bei DaWanda wiedergefunden. DaWanda-Verkäufer habe mir auch schon weitergeholfen, ohne sie persönlich zu kennen. Das finde ich sehr nett. Wem geholfen wird, hilft auch gerne anderen weiter.
Dein Schlusswort!
DaWanda ist super – macht weiter so. Auf eine weitere gute Zusammenarbeit! Prost!
P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter interview@dawanda.com. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!