Ob in den Haaren, auf den Fingernägeln oder auf Kleidungsstücken: Batik – beziehungsweise „dip dye“ – ist zurzeit schwer angesagt. Ob in Pastellfarben oder Neon, erlaubt ist was gefällt! Amelie von rauschgiftengel.com erklärt Euch, wie Batiken funktioniert und wie man verschiedene Batik-Effekte hinbekommt. Batiken funktioniert mit Wachstechniken, deshalb wird diese Technik im professionellen Bereichen als Shibori bezeichnet. Ob mit Wachs oder mithilfe des Anbindens – Wir wünschen viel Spass beim Färben.
Geschichte:
Die Heimat des Batiken liegt im asiatischen Raum auf der Insel Java. Der Ursprung wird auf die Zeit um 1000 nach Christus geschätzt. Der Begriff “Batik” wird von dem javanischen Wort “amatik” abgeleitet. Das bedeutet zeichnen, malen oder schreiben.
Besonders verbreitet sind die Batik-Techniken in Indonesien, Malaysia und Sri Lanka. Im Vergleich zu den Anfängen dieser Technik wird heute wesentlich rationeller gefertigt. Batik ist keine Stoffmalerei. Das kunstvolle Verfahren Stoff zu färben, ist eine sehr alte Technik mit langer Tradition. Ein gebatiktes Kleidungsstück ist noch heute für die Javanerin eine Kostbarkeit.
Nach Europa kam die Batik-Technik Ende des 19. Jahrhunderts durch niederländische Kaufleute, die Batiken in Form von Kleidungsstücken aus Indonesien mitbrachten. Besonders in der Zeit der Hippies, um die 1970er Jahre, hatten Batik-Textilien Ihren Höhepunkt. Noch heute kehrt der Trend der “verlaufenden Farben” jedoch immer wieder zurück.
Was Ihr zum Batiken braucht:
Und so wird es gemacht:
Die Textilfarbe kann man in den verschiedensten Farben für wenige Euro im Bastelgeschäft kaufen. Bei den Textilien muss man sich nicht auf T-Shirts oder Tops beschränken, man kann genauso Hosen, Stoffbeutel, Tücher, Bettbezüge und vieles mehr batiken. Wichtig ist nur, dass Ihr auf das Material achtet: Gewöhnliche Textilfarbe färbt keine Chemiefasern, also haltet Euch an Baumwolle, Leinen oder Seide.
Eine genaue Anleitung, wie die Batikfarbe angerührt wird, steht auf der Packung. Im Allgemeinen kocht man mehrere Liter Wasser auf, gibt pro Liter Wasser einen Esslöffel Salz hinzu und anschließend das Farbpulver. Damit sich keine Farbpartikel auf den Textilien absetzen, sollte man die Farbe sehr gut durchrühren bis sich das Pulver komplett aufgelöst hat.
Für verschiedene Effekte kann man den Stoff mit der Paketschnur abbinden oder mit Wachs beträufeln bevor man ihn in die Farbe hängt. Die Paketschnur muss richtig fest gebunden und verknotet werden, damit keine Farbe an die verbundenen Stellen gelangen kann. Sehr hübsch sieht es aus, wenn Ihr das Kleidungsstück von oben in eine und von unten in eine andere Farbe hängt. Die Farben können sich entweder in der Mitte treffen oder man bindet den Stoff in der Mitte gut ab.
Mein Favorit sind aber Farbverläufe. Dafür dippt man den Stoff zuerst in die hellste Farbe und zieht den Stoff direkt wieder ein Stück raus aus der Farbe. Nun kann man den Stoff einige Minuten in der Farbe verweilen lassen bis man den Stoff wieder ein bisschen weiter aus der Farbe zieht. Je häufiger man diesen Vorgang wiederholt, desto gleichmäßiger wird der Verlauf. Anschließend kann man diesen Vorgang mit einer etwas dunkleren oder kräftigeren Farbe wiederholen, wenn man Lust hat auch noch mit einer dritten Farbe.
Mein Farbvorschlag hierfür ist Rosa-Violett-Türkis, sehr hübsch können aber auch verschiedene Nuancen einer Farbfamilie oder der Verlauf einer einzigen Farbe aussehen. Je heißer das Wasser und je länger man den Stoff in der Farbe lässt, desto intensiver wird die Farbe. Für ein kräftiges Ergebnis empfehle ich, den Stoff eine halbe bis ganze Stunde in der Farbe zu lassen und zwischendrin kochendes Wasser nachzugießen. Damit man durch das Nachgießen keine wässrige Brühe bekommt, empfehle ich die Farbe zunächst mit weniger Wasser anzurühren.

Um zu verhindern, dass sich die Farben beim Färben vermischen, sollte man den Stoff nach jeder Farbe gut mit klarem Wasser ausspülen, bei Farbverläufen reicht es den Stoff gut auszuwringen, da eine leichte Mischung der Farben durchaus erwünscht ist.
Wenn das Textil fertig gebatikt und ausgespült ist, bis keine Farbe mehr rauskommt, legt man es zum Fixieren in einen Eimer mit kaltem Essigwasser. Danach kann es entweder zum Trocknen aufgehängt oder zum Waschen (nicht heißer als 30°) in die Waschmaschine gegeben werden. Waschen ist eigentlich nur nötig, wenn man so viel Essig verwendet hat, dass das Textil danach riecht.
“Ich heiße Amelie, bin Studentin aus Dortmund und führe nebenher einen Personal-Lifestyle-Blog. Ich liebe die schönen Dinge im Leben und was kann schöner sein als etwas Selbstgestaltetes? Neben dem Basteln sind meine Leidenschaften Fotografie, Mode und Backen. Den Blog “RAUSCHgiftENGEL” führe ich seit über zwei Jahren und poste hauptsächlich aus den Bereichen ”Beauty”, “Mode”, “Lifestyle”, “Food” und “DIY Projekte”. Dabei begleitet mich stets meine Kamera und die Liebe fürs Detail.”
gehUNDschenke (10.09.12 21:24 Uhr)
Gruß zurück…schöne Arbeiten, aber: Es ist kein Batik! Unter Batik versteht der Textilgestalter alle Techniken, die mittels Wachsreservierung entstehen.
Die hier angewandte Technik stellt Shibori (Oberbegriff), d.h. Plangi (Unterbegriff), dar. Hierbei handelt es sich um eine Abbindetechnik, die international verbreitet ist (u.a. Japan, Afrika, Indien…), und “mit einem Füllmaterial” oder alternativ “ohne Füllmaterial” realisiert werden kann.
Die Technik wird bevorzugt im “Modernen Shibori” verwendet. Daher: Unbedingt den Beitrag bitte korrigieren. Gruß gehUNDschenke
Franzi (12.09.12 11:50 Uhr)
Hallo gehUNDschenke,
da hast du natürlich recht. Ich werde das im Text vermerken.
Liebe grüße
Franzi von DaWanda
Heike (18.09.12 11:52 Uhr)
Hallo,
vielen Dank für die Anleitung, Ich mag den Batik-Look sehr und wollte es schon lange mal ausprobieren.
Schöne Grüße
Heike
anni42 (26.09.12 18:17 Uhr)
HalliHallo, schön deine Ideen – haben mich gleich inspieriert :-) Man gut, dass ich meine langweiligen Shirts aufgehoben habe. Danke!!
Lisa (07.04.13 15:24 Uhr)
Hallo, danke für die Anleitung. Ich würde gerne wissen, wieviel Essig ist zum fixieren verwenden muss?
Dann würde ich gerne wissen, ob ich fixieren kann, wenn ich die Abbindungen schon gelöst habe?
Viele Grüße
Lisa