Birte Kathrin liebt die Arbeit mit Ihren Händen und so war der Weg zur Goldschmiedin nicht weit. In ihrem Shop coje – contemporary jewellery – findet man modernen, zeitlosen Schmuck, bei welchem die Hannoveranerin besonderen Wert auf schlichte Eleganz und verspielte Muster legt. Besonders spannend sind die Schmuckstücke, da sie sowohl von Zwei- als auch Vierbeinern getragen werden können. Um einen genaueren Einblick in Ihre Arbeit und Ihre Inspirationsquellen zu bekommen, haben wir genauer nachgefragt.
Bitte stell Dich kurz vor:
Für mich war ganz klar, dass ich einen Beruf erlernen wollte, bei dem ich etwas Kreatives und Handwerkliches machen kann. Ich hatte das Glück einen Ausbildungsplatz als Goldschmiedin zu bekommen und habe dann nach dem Fachabitur erstmal die Ausbildung gemacht. Der Wunsch mich beruflich weiter zu entwickeln, kam während der Ausbildung und ich habe danach ein Studium im Bereich Produktdesign und Metallgestaltung gemacht. Beide Disziplinen mache ich gerne und so kam es, dass ich zwei DaWanda Shops eröffnet habe. Einmal „heimtierchen“, in dem ich artgerechtes Tierzubehör für Hunde und Katzen anbiete und „coje“ der mit zeitgenössischem Schmuckdesign daherkommt.
Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und wer inspiriert Dich?
Schon seit der Kindheit bin ich auf irgendeine Art kreativ. Egal ob basteln, malen, Behausungen und/oder Gefährte bauen, ich habe immer etwas zu tun gehabt und wurde von meinen Eltern und der großen Schwester bei meinen „Projekten“ unterstützt. Auch habe ich von den Eltern das kreative und handwerkliche Geschick geerbt. Die Berufswahl fiel mir deshalb auch nicht schwer. Meine Inspirationsquellen sind vielseitig. Die beste Designerin ist für mich „Mutter Natur“, denn ich finde die Tier- und Pflanzenwelt sehr faszinierend. Naturkundemuseen find ich richtig toll und bin gerne dort. Ich liebe Flohmärkte und Trödelläden, lese fast täglich Design- und Kunstblogs und vor allem gehe ich aufmerksam durchs Leben. So fallen mir auch die Kleinigkeiten auf, die ausschlaggebend sein können für einen neuen Entwurf. Außerdem bin ich gerne im urbanen Raum und auf (Design-) Messen unterwegs.
Wie kommst Du auf die Idee für neue Produkte und mit welchen Materialien arbeitest Du?
Das ist ganz unterschiedlich. Auslöser für eine neue Idee kann eine Farbe, ein Material, eine Struktur, eine Form, eine Person, ein Tier, eine Pflanze, eine Geschichte, ein Film, ein Bild, ein Erlebnis, einfach Alles sein. Gab es einen solchen Impuls zu einer Idee schreibe oder skizziere ich ihn sofort in mein Notizbuch. Manchmal bleibt die Idee einfach eine Idee, aber meistens verfolge ich die Idee weiter und es entsteht etwas daraus. Am liebsten arbeite ich mit natürlichen und nachhaltigen Materialien. Dazu gehören Metalle wie Silber, Kupfer, Messing, Bronze und Gold. Holz und Leder lassen sich ebenfalls supergut für Schmuck verwenden und sind sehr vielfältig in der Anwendung. Gerne arbeite ich auch mit Stoffen, dies aber vornehmlich für meinen zweiten Dawanda Shop „heimtierchen“ – dort gibt’s Artgerechtes für Hund und Katz.
Beschreibe kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Der kann ganz unterschiedlich sein. Manchmal gehe ich ganz experimentell an einen Entwurf heran und probiere ein neues Material, eine neue Technik oder beides zusammen aus. Das macht immer sehr viel Spaß aber kostet auch viel Zeit. Dafür entsteht daraus oft auch etwas ganz Tolles. Es kommt aber auch vor, dass ich schon weiß, in welchem Material ich ein Schmuckstück fertigen will und mir nur die Formgebung fehlt. Dann mache ich mir Skizzen und ein Konzept und entwickele so ein neues Stück.
Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben und was kennzeichnet ihn?
Der Stil von coje ist auf jeden fall sehr lässig, aber dennoch elegant und schlicht. Ich arbeite gerne mit reduzierten Formen und ich finde: weniger ist mehr. Schmuck von coje ist immer tragbar. Das heißt ich lege Wert auf den Tragekomfort und darauf, dass man die meisten Stücke sowohl zu Chinos und T-Shirt tragen kann, wie auch zum kleinen Schwarzen.
Wie siehst Du Deine Zukunft als DesignerIn bzw. KunsthandwerkerIn?
Erstmal werde ich mein Studium fortsetzten und nebenbei weiterhin meine beiden Onlineshops bei DaWanda führen. Im Moment arbeite ich daran, neben Schmuck auch Accessoires wie Tücher/Loops und Taschen (und vielleicht auch T-Shirts) zu kreieren und noch vor Weihnachten im Onlineshop anzubieten. Außerdem möchte ich mehr Unisex Schmuck anbieten, damit es auch mal was für die Herren der Schöpfung zum Schmücken gibt.
Wie bewahrst Du Dir ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit?
Ich habe das Glück, meine Arbeit nicht als Arbeit zu empfinden und das ist echt fantastisch. Es ist so toll, etwas gefunden zu haben, was einen so erfüllt und so viel Freude macht, dass es einem nicht als Arbeit vorkommt. Das heißt nicht, dass es nicht auch mal stressig wird. Deshalb lass ich auch mal Fünfe gerade sein und bin gerne mit Freuden unterwegs, mache Radtouren oder lass es mir zuhause gut gehen.



Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit?
Das positive Feedback auf das, was man herstellt, ist klasse und hat sich geändert, denn es sind jetzt nicht „nur“ Freunde und Bekannte die Schmuck von einem haben möchten, sondern Kunden aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist echt klasse und macht einen stolz. Für mich ist es unglaublich toll, wenn sich jemand mit einem Stück von mir identifizieren kann und es gerne trägt und glücklich damit ist.
Was würdest Du DaWanda-Neulingen raten?
Einfach machen! Es kann aber nicht schaden, wenn man vorher Freunde und Familie nach ihrer Meinung befragt und diese das ein oder andere testen lässt. Außerdem kann man ruhig die gängigen Social Media Plattformen nutzen, um auf seinen DaWanda Shop aufmerksam zu machen. Man sollte auf eine gute Qualität seiner Produkte achten, einen zuverlässigen Kontakt zu seinem Kunden halten und ansprechende Produktfotos reinstellen.
Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda:
Dein Schlusswort?
Für mich ist DaWanda die perfekte Plattform, denn Schmuck, Mode und Accessoires sind beliebt und es wird immer mehr Wert auf Handarbeit und individuelle Produkte gelegt. Was mich absolut begeistert ist, wie übersichtlich und einfach es auch für einen Laien ist, einen Shop bei DaWanda zu eröffnen und zu pflegen. Außerdem hat man niedrige Grundkosten, kann einen Kundenstamm und ein Netzwerk aufbauen, erreicht unheimlich viele Menschen und wenn man erfolgreich ist, kann es sogar passieren, dass man davon leben kann und im besten Fall sein Hobby zum Beruf machen.
P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter interview@dawanda.com. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!