Im Interview: wideeyed

Claudia aus Wien hat zwei große Vorlieben: Stempel und Teppiche! Für ihr Label wideeyed schnitzt sie handgemachte Stempel und häkelt originelle und farbenfrohe Teppiche. Die Ideen gehen ihr nie aus wie sie sagt, “meist kommen meine Ideen schon in der Nacht und helfen mir dabei früh aus dem Bett zu springen und gleich loszulegen!” Ihre bunten, runden Häkelteppiche erinnern uns ein wenig an Bonbons und Lollis -  ein bisschen wie bei Alice im Wunderland. Ihre Stempel sind zart und gleichzeitig realistisch. Für wen sie den ersten Häkelteppich gemacht hat und wie sie auf neue Ideen kommt, erzählt Euch Claudia im Interview!

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich bin Claudia, 31 Jahre alt, komme aus Melk in Niederösterreich und habe nach meiner Matura im Stiftsgymnasium (Bildnerischer Zweig) meine Ausbildung in Grafikdesign mit Auszeichnung absolviert und bin anschließend nach Wien gezogen, wo ich als Grafikerin und Fotografin tätig war. Seit ein paar Jahren arbeite ich nun freiberuflich als Grafikerin und da ich immer schon die Vielfalt geliebt habe, gründete ich vor zwei Jahren mein kleines Label “wideeyed”, das mir sehr viel Freude bereitet. Dazu gibt es auch meinen Blog wide eyed tree.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
In meiner Ausbildungszeit wurde mein Stil des öfteren als eher kindlich bezeichnet. Heute sehe ich nichts kritisches mehr daran. Außerdem würde ich sagen, dass mein Stil plakativ und farbenfroh ist, also leicht ins Auge sticht und seinen Charme durch eine gewisse Einfachheit erhält.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und was inspiriert Dich?
Schon in frühester Kindheit war meine liebste Beschäftigung das Basteln und Zeichnen. Im Kindergarten war ich diejenige, die den dicksten Stoß Zeichnungen nachhause brachte. Als Schulkind wurden gleich nach dem Unterricht alle Bastelutensilien im Zimmer verteilt und schon konnte es losgehen. Ein Leben ohne meine Kreativität ausdrücken zu können, war für mich immer undenkbar. Meine Mutter hat mich zum Glück dabei unterstützt und mir die nötigen Materialien und Bastelbücher besorgt, sodass ich alle möglichen Techniken ausprobieren konnte. Früh wurde meine Familie und Freunde mit selbst gemachten Schätzen überrascht und das hat sich bis heute nicht geändert. Inspiriert werde ich hauptsächlich durch die Stille und die Natur. Ich informiere mich nur selten über andere Künstler und auch das Surfen im Internet verwirrt mich manchmal nur, ich brauche generell nicht so viele Eindrücke von außen um Ideen zu schöpfen. Ein Spaziergang in der Natur oder das einfache Beobachten der vorbeiziehenden Wolken reichen aus um mich kreativ einzustimmen. Ideen fallen vom Himmel, man muss sie nur auffangen!

Beschreibe kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Meine Ideen kommen nachts vorm Einschlafen oder mitten in der Nacht. Am nächsten Tag setze ich sie relativ zügig um. Ich habe die Erfahrung gemacht, je länger man wartet, desto unwahrscheinlicher wird die tatsächliche Umsetzung. So warten so manche Ideen jahrelang notiert in meinen Skizzenbüchern geduldig auf ihre Verwirklichung. Manchmal verfalle ich allerdings in einen für mich anstrengenden Perfektionismus, der es mir gerade bei der Präsentation meiner Produkte für den Shop schwer macht, mich für die richtige Darstellung zu entscheiden. Mit der Zeit habe ich gelernt, auch mal Dinge sein zu lassen, selbst wenn ein Gefühl der Unvollständigkeit zurückbleibt.

Wie kommst Du auf die Idee für neue Produkte und mit welchen Materialien arbeitest Du?
Meine Ideen kommen mir in der Nacht oder sie entstehen aus einer gewissen Notwendigkeit, so wie es zum Beispiel mit meinen Häkelteppichen war. Anfang des Winters vor einigen Jahren legten mein Freund und ich uns einen Chihuahua zu und da er als Welpe leicht fror, wenn er auf unserem Holzboden herumtollte, fing ich an Teppiche zu häkeln, damit er es wärmer und bequemer hatte. Schnell fand ich Gefallen an dieser praktischen Art der Raumverschönerung und spielte mit Farben, Mustern und Wollarten. Überhaupt habe ich eine Vorliebe für Produkte, die man im Alltag verwenden kann und nicht nur zur Zierde da sind. Hauptsächlich arbeite ich momentan mit Wolle, Papier und Stempelgummi, aber grundsätzlich bin ich für alle Materialien offen. Ich nähe auch gerne und bemale Gebrauchsgegenstände, es gibt eigentlich wenig, was ich nicht schon ausprobiert habe. Ich brauche die Abwechslung, deshalb gibt es in meinem Shop nicht nur Stempel oder Teppiche, es können jederzeit  neue Produkte auftauchen. Anfangs war mein Sortiment sehr gemischt, doch ich habe schnell gemerkt, dass man schon eine klare Linie braucht, um die Käufer nicht zu verwirren.

Wo entstehen Deine Produkte und wie viel Zeit verbringst Du damit?
Ich habe zuhause einen eigenen Arbeitsraum, der sich regelmäßig in ein chaotisches Durcheinander verwandelt, sobald ich beginne, meine Stempel, Briefpapiere, Karten & Co. herzustellen. Die Häkelteppiche entstehen hauptsächlich auf meinem gemütlichen Sofasessel im Wohnzimmer oder auf meinem neuen Schaukelstuhl, dem Geschenk eines aufmerksamen Freundes. Wann immer es die Zeit zulässt, bin ich am Zeichnen, Schnitzen und Handarbeiten. Es fällt mir schwer, mal nichts zu tun, so bin ich tagsüber oft mit den Stempeln und abends mit Häkeln der Teppiche beschäftigt. Da es sich um Tätigkeiten handelt, die gleichzeitig meine Hobbys sind, zähle ich selten die Stunden.

Was hat sich für Dich verändert, seit dem Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
DaWanda ist ein wunderbares Portal, das mich erst dazu inspiriert hat mein eigenes Label zu gründen. Es war mir immer wichtig Menschen zu erreichen, die Handgemachtes wertschätzen und genau das wird hier gefördert. Anfangs hat sich nicht so viel verändert, als ich meinen Shop eröffnet habe, doch mit der Zeit und dem Feedback der Kunden, habe ich mehr Selbstvertrauen in mich und meine kreative Tätigkeit gewonnen und das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Wer sind Deine Kunden und was ist Dein Verkaufsschlager?
Schnell habe ich festgestellt, dass viele meiner Kunden genauso Natur- und Pflanzenliebhaber sind wie ich und sich selber gerne kreativ betätigen. Mein Verkaufsschlager sind eindeutig meine handgeschnitzten Blatt-Stempel, gefolgt von meinen Doily Rugs.

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin? Worauf dürfen wir uns noch freuen?
Mein größter Traum wäre es einmal ausschließlich von meinen selbstentworfenen und handgemachten Kreationen leben zu können und somit immer weitere Projekte umsetzen zu können. Außerdem möchte ich gerne wieder mehr illustrieren und zeichnen, mal sehen, was sich in diese Richtung noch ergibt.

Wie wichtig ist Dir das Netzwerken mit anderen Kreativen?
Da ich selber einen Blog habe, in dem ich einen Einblick in mein Leben gebe und auch den kreativen Prozess mit anderen teile, habe ich auf diesem Weg schon viele Gleichgesinnte kennengelernt, mit denen ich gerne Erfahrungen austausche. Auch habe ich kreative Freunde und Familienmitglieder ohne die die Welt nur halb so schön wäre. Für mich ist dieser Kontakt schon sehr wichtig, weil man dadurch Feedback bekommt und ich mich durch andere Selbermacher immer motiviert fühle.

Welchen Ratschlag würdest Du jemanden geben, der vor hat seine kreativen Träume zu verwirklichen? Was würdest Du DaWanda-Neulingen raten?
Das Wichtigste von allem ist Geduld, den Glauben an sich nicht zu verlieren und sich selbst treu zu bleiben. Das klingt zwar abgedroschen, aber genauso ist es. Alles braucht seine Zeit. Erfolg, der langsam wächst, hat ein starkes Fundament und wird länger halten. Und natürlich den Spaß am Ganzen nicht vergessen!

Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda und verrate uns warum Du sie so magst:

  •  blinkblink: Annas Mini-Leporellos sind einfach unwiderstehlich!
  • Frau Kakau: Frau Kakaus Toilettenpapierhalter  sind eine tolle Idee und praktisch obendrein!
  • Dear Pumpernickel: Diesen Shop habe ich erst neu entdeckt und sofort lieb gewonnen. Vor allem Catherinas Vogelaquarelle haben es mir angetan!

Erzähl uns Deine persönliche DaWanda-Story:
Es hat tatsächlich einmal ein bekannter deutscher Schauspieler bei mir eingekauft, wodurch ich mich sehr geehrt fühlte. Natürlich verrate ich nicht, wer es war, weil ich seine Privatsphäre achte, aber es war schon ein besonderes Erlebnis für mich.

Dein Schlusswort?
Tu das, was du liebst!

P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter interview@dawanda.com. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!


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Beitrag von Christina Pöpke

geschrieben am 09.07.2012 um 09:30 Uhr.

Kategorie: Interviews

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Ein Kommentar

  1. Knuschels (10.07.12 18:28 Uhr)

    …so schöne Stempel und die Teppiche hätte unser Pepe auch gern.
    Sieht genauso aus und ist genau so groß und von Beruf Chiwauwau :)

    Großes Lob
    von Janine und den Knuschels

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