Im Interview: Hebbedinge

von am 18.06.2012 um 14:29 Uhr | 5 Kommentare | Interviews

Anna aus Köln kommt eigentlich aus den Niederlanden und erschafft für ihr Label Hebbedinge. Ihr wisst nicht was das ist? Es sind amüsante kleine und große Muntermacher mit Haben-Wollen-Faktor. “Hebbedinge ist ein Ausdruck, den ich aus den Niederlanden kenne. Es bedeutet soviel wie: ‘Dinge, die man unbedingt haben will, weil sie eine gewissen Anziehungskraft auf einen ausüben”. Von Stofftieren über gerahmte Bilder bis zu benähten Stickrahmen fertigt Anna eine breite Palette Hebbedinge mit dieser besagten Anziehungskraft. Schaut doch mal rein!

Bitte stell Dich kurz vor:
Bongiörnchen! Ich bin die Anna, 38 Jahre alt, geboren in Amerika, Kind einer Niederländerin und eines Deutschen. Wäre ich ein Sandwich, wäre ich eine Erdnussbuttergoudafleischwurststulle. Ich wohne in Köln. Ich bin glücklich verheiratet, Mutter zweier Kinder und froh über jede Minute in der ich kreativ tätig sein darf! Ausserdem esse ich gerne, lese gerne, gehe gerne auf Wanderungen und singe in einem Chor.

Welchen Beruf hast Du einmal erlernt?
Ich habe vor langer Zeit einmal eine Friseurlehre gemacht, weil meine erste Berufsidee war, Maskenbilderin zu werden und einem da erstmal zu einer Friseurlehre geraten wurde. So quasi als Grundlage. Von den Friseurkenntnissen profitieren jetzt nur noch Familienmitglieder. Aus der Maskenbildnerei wurde dann doch nichts, weil mir nach einem Praktikum an der Oper klar wurde, dass es ein knochenharter Job ist, in dem die Kreativität nicht so oft gefragt war, wie ich mir das gewünscht hatte. Nachdem ich mein Fachabitur gemacht habe, habe ich in den Niederlanden Creative Therapie, was vergleichbar mit Kunsttherapie ist, studiert und das Studium abgeschlossen. Dann hat mich die Liebe wieder ins Rheinland gebracht.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
Mein Mann hat die kurze Shop-Beschreibung so geschrieben: “Süss, einzigartig, lustig, von Herzen, und mit dem Augenzwinkern, das Alles ein bisschen leuchten lässt.” Das finde ich schön. Ich glaube die meisten Dinge die ich mache, haben etwas Humorvolles an sich. Ich mag es, wenn jemand schmunzeln muss, wenn er meine Dinge betrachtet.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt?
Wenn ich mir die Bilder anschaue, die ich früher gemacht habe, dann denke ich, dass ich mich schon früh kreativ beschäftigt habe. Ich glaube wichtig ist auch, dass meine Mutter mir immer das Gefühl gegeben hat, dass man alles selber machen kann wenn man es möchte. Allerdings hat es so richtig „PÄNG“ gemacht, als ich in der neunten oder zehnten Klasse die Kunst-AG bei Frau von Geldern gemacht habe. Die hat uns mit ins Museum genommen und hat uns eine eigene Interpretation von einem Gemälde von Kandinsky malen lassen. Irgendwie ist bei mir etwas in Gang gesetzt und seitdem ist kein Halten mehr! Vorbilder habe ich viele, da wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich ist ein jeder Gestalter, der das umsetzt was er im Kopf hat – ohne Scheu vor Grenzen – für mich ein Vorbild.

Woher kommt Deine Inspiration und mit welchen Materialien arbeitest Du dann am liebsten?
Ich lasse mich von allem inspirieren, egal wer oder was mich umgibt: meine Kinder, Menschen und ihr Umgang miteinander, Gespräche, unsere Haustiere, Tiere, Bücher, komische Situationen, phantasievolle Filme, Street-Art, Künstler, die Natur, Blogs, Städte, Musik etc. Ich arbeite gerne mit Stoffen, auch Stoffe, die mal ein Kleidungsstück waren. Manchmal ist es ein Stoff, der mich dazu inspiriert ein Bild zu machen oder ein Stofftier zu nähen. Aber ich liebe auch Papier. Ich zeichne und drucke gerne und liebe es, neue Techniken zu lernen. Ich habe da eine große Neugierde nach Neuem! So habe ich zu meinem letzten Geburtstag ein Starterset zum Siebdrucken bekommen. Und da habe ich mir das Siebdrucken beigebracht! Erste Ergebnisse sind auch im Shop sichtbar.

Wo entstehen Deine Hebbedinge?
Hauptsächlich entstehen meine Produkte in meinem Arbeitsraum bei mir zu Hause. Es ist ganz unterschiedlich, wie viel Zeit ich mit der Produktion verbringe. Mal habe ich sehr produktive, ja arbeitswütige Phasen, dann wieder schiebt sich manchmal auch etwas anderes in den Vordergrund, das dann zuerst ansteht. Meine Lieblingsarbeitszeit ist abends, wenn die Kinder schlafen und auch sonst viele Aufgaben erledigt sind.

Beschreibe Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Manchmal sehe oder höre ich etwas, es entsteht ein Gedanke der zu einer Idee wird und dann gilt es, diese Idee umzusetzen. Manchmal mache ich Zeichnungen oder ich lege einfach los und probiere es aus. Das klappt natürlich nicht immer! Manchmal lasse ich dann wieder ab von einer Idee, weil die Umsetzung nicht klappt. Und dann kann es sein, dass ich ein halbes Jahr später noch einmal darauf zurück komme, weil ich eine neue Sicht darauf habe. Oder eben nicht und das ist auch ok, weil meistens stehen schon fünf neue Ideen in der Warteschlange und wollen realisiert werden. Aber es gibt auch so Momente, dann macht es Klick und die Idee ist direkt zufriedenstellend umgesetzt. Das ist dann so, als ob man sich selbst ein Geschenk macht!

Wer sind Deine Kunden und was ist Dein Verkaufsschlager?
Meine Kunden sind Mütter und Väter, Töchter und Söhne, Freunde und Freundinnen, Tanten und Onkel, sie haben alle Eines gemeinsam: Sie sind sehr nett und wissen ein kleines Label wie hebbedinge zu schätzen. Mir macht der persönliche Kontakt viel Freude, das ist fast als ob man am Verkaufstresen steht. Einer meiner Verkaufsschlager ist die Sorgengarderobe. Das ist etwas, wo jedem einfällt, wer sie gut gebrauchen könnte.

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin und worauf dürfen wir uns noch freuen?
Ich würde mich freuen, wenn sich auch in Zukunft Leute für hebbedinge begeistern können. Es ist ja dann eine Wechselwirkung! Begeisterung von Anderen gibt mir den Ansporn weiter zu machen! Zur Zeit mache ich viele Stickrahmenbilder, die dann nach und nach im Shop landen werden. Dann werde ich mich nochmal intensiver mit der Siebdruckerei beschäftigen. Einer meiner Lieblingssprüche ist: Das Beste ist es, sich selbst zu überraschen!  In Dem Sinne, mal sehen, was da noch so kommt!

Wie wichtig ist Dir das Netzwerken mit Gleichgesinnten?
Ich habe bei AnneSvea das Existenzgründer-Seminar für DaWanda besucht. Daraus sind nette Kontakte entstanden. Es gibt einen regen Austausch unter den Teilnehmern, z.B. bei Facebook. Das ist wirklich toll! Man fühlt sich von Kolleginnen umgeben, man bekommt Rückmeldungen oder Tipps oder einfach eine Aufmunterung und trifft sich manchmal dann auch wieder  im echten Leben!

Nenne uns Deine liebsten Orte im Netz:
Ich schaue täglich bei design*sponge rein und könnte mich stundenlang bei Pinterest aufhalten. Dann schaue ich gerne, wie andere Leute so wohnen, das geht ganz gut bei Freunde von Freunden oder Dos Family. Und bei vimeo bleibe ich auch gerne hängen, vor allem bei Animationsfilmen.

Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit?
Eine große Rolle! DaWanda bringt mir Kunden aus allen möglichen Himmelsrichtungen. Ich kann bei DaWanda direkt mit den Kunden in Kontakt treten und bin mein eigener Chef. Ausserdem bekommt man nette Kommentare und hat Kontakt mit anderen Verkäufern.

Was würdest Du DaWanda-Neulingen raten?
DaWanda-Neulingen kann ich nur empfehlen ein Existenzgründung-Seminar mit DaWanda bei AnneSvea zu belegen! Das ist eine sehr gute Investition! Und ansonsten würde ich sagen: Just do it! Oder nach Kästner: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.

Hast Du Lieblingsshops auf DaWanda:
Ja! Es ist schwierig mich zu entscheiden, da es so viele gibt, aber ok:

  • Buchkinder: Die Idee dahinter finde ich klasse! Kinder haben oft einen viel besseren Zugang zu ihren kreativen Quellen!
  • Hirschkind: Hirschkind hat Sprüche, die genau meinen Geschmack treffen!
  • Peppermint Patty: Die Röcke und Kleider von Peppermint Patty hätte ich gerne alle in meinem Kleiderschrank!

 

Dein Schlusswort?
Dankjewel, DaWanda! Es ist schön, dass es Dich gibt.

P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter interview@dawanda.com. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!



5 Kommentare

  1. Martina (18.06.12 21:10 Uhr)

    Was für wunderhübsche Sachen Du machst! Sehr originell!
    Ich geh gleich mal in Deinem Lädchen stöbern. Liebe Grüße
    Martina.

  2. Mona (18.06.12 21:38 Uhr)

    Ganz tolle Sachen! Ich habe mich ein bisschen in Earl Grey verliebt :)

  3. E'loCin (19.06.12 09:25 Uhr)

    Mensch, die sind echt originell und soo anders. Ich merke mir den Shop für Geschenke. Ich wünsche dir viel Freude und Motivation weiterhin.

    Liebe Grüsse, Nicole alias E’loCin aus Weilheim.

  4. Marie-Colette (24.06.12 10:28 Uhr)

    Sehr poetisch!!! Deine Kunst ist so kreativ und so besonders..
    Viel erfolg!
    lg
    Marie von maco-concept.

  5. Montagsinterview — hebbedinge (02.07.12 10:37 Uhr)

    [...] Hebbedinge im Montagsinterview bei Dawanda!!  [...]

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