Das perfekte Foto: Welche Ausrüstung ist wichtig?

von am 13.06.2012 um 18:51 Uhr | 2 Kommentare | Für Verkäufer

Die erste Hürde ist genommen. Ihr habt inzwischen mehr über die verschiedenen Kameraarten erfahren und worauf Ihr beim Kauf achten könnt. Um tolle Fotos zu erhalten, sind jedoch auch noch weitere Faktoren wichtig. Es zählen die äußeren Bedingungen wie Lichteinfall und Bildkomposition, aber auch die richtige Ausrüstung ist nicht zu vernachlässigen. Deshalb findet Ihr hier die wichtigste Hilfsmittel und Ideen für Eure Grundausstattung.

Stativ: Um scharfe Bilder zu erhalten, die nicht verwackeln, ist ein Stativ ein wichtiges Hilfsmittel. Auch hier gilt: Es muss nicht immer das teure Profi-Stativ sein, oft reicht auch ein ganz kleines, das auf flexiblen Beinen auf einen Tisch oder Stuhl gestellt werden kann. Oder Ihr bastelt Euch selbst eine kleine Ablage, welche fast wie ein Stativ funktioniert. Ein sogenanntes „Beanbag“. Wie der Name schon sagt, hat das ganze etwas mit Bohnen zu tun. Alternativ kann man aber auch Erbsen oder Reis nehmen. Hier könnt Ihr Eure Kamera bequem drauf ablegen, sie in verschiedene Richtungen neigen und durch die Füllung bleibt sie auch in der von Euch gewünschten Position. Wir zeigen Euch wie Ihr mit wenigen Mitteln einen Beanbag selbst baut.

Materialien: Gefrier- oder Stoffbeutel, Klebeband oder Nadel & Faden, ca. 500 Gramm Bohnen/ Reis/ Erbsen oder Popcorn
Kosten: ca. 1 Euro

Schritt 1: Nehmt einen Gefrierbeutel oder einen kleinen selbst genähten Stoffbeutel und füllt Euer Füllmaterial nach
Wahl ein.
Schritt 2: Zukleben oder zunähen und fertig.

Befestigungsmaterial: Bevor Ihr die Produkte für Eurer Bild schön arrangiert, habt am besten immer ein paar der folgenden  Sachen zur Hand. Das erleichtert es Euch schnell und unkompliziert Eure Produkte in die richtige Position zu bringen. Besonders eignen sich Klettpunkte, Posterstrips, Tesafilm bzw. Gewebeband, Knetmasse, Klammern, Kabelbinder, Steck- und Sicherheitsnadeln sowie kleine Gegenstände, wo Ihr Euer Produkt gegenlehnen oder erhöhen könnt.

Beleuchtung: Um das Produkt ins rechte Licht zu setzen, benötigt man Leuchten mit hoher Lichtstärke. Oft kommt an dieser Stelle der Tipp, dass man auch Baustrahler aus dem Baumarkt verwenden kann. Natürlich kann man das, aber man sollte auch bedenken, dass diese sehr, sehr heiß werden und auch sehr viel Strom fressen und deshalb nur mit sehr viel Vorsicht einzusetzen sind.

Generell kann man aber für die Beleuchtung seiner Artikel die unterschiedlichsten Möglichkeiten in Betracht ziehen. Angefangen von der Taschenlampe, über Schreibtischlampen bis hin zur ganz normalen Deckenlampe. Wichtig ist nur, dass sie richtig eingesetzt werden.

Am besten ist es jedoch natürlich, wenn man von externen Lichtquellen unabhängig ist und man Tageslicht verwenden kann. Geht das nicht, kann man sich auch die etwas teureren Tageslichtlampen oder auch nur die entsprechenden Tageslichtleuchtmittel kaufen. (Mehr über den Einsatz von Licht, erfahrt Ihr in dem übernächsten Blogbeitrag).

Softbox: Um Schatten weitestgehend verschwimmen zu lassen, ist diffuses Licht die beste Möglichkeit. Dazu eignen sich vor allem die sogenannten Softboxen. Der Profifotograf verwendet dafür meist große Rahmen mit lichturlässigem Material und stellt diese vor seine Fotolampen. Aber auch Ihr könnt Euch ganz einfach einen Diffusor selbst bauen, indem Ihr etwa Butterbrotpapier oder mit einen mit Stoff bespannten Rahmen vor einer Schreibtischlampe platziert.

Materialien: Pappkarton oder Rahmen, Transparentpapier oder dünner weißer Stoff, Klebeband oder Reißzwecken
Kosten: ca. 1 Euro

Schritt 1: Nehmt Euch einen alten Pappkarton(deckel) und schneidet den oberen Teil so aus, dass ein Loch mit einem ca. 1 cm großen Rahmen übrig bleibt.
Schritt 2: Schneidet das Transparentpapier auf die passende Größe.
Schritt 3: Klebt nun das Papier vorsichtig von außen auf die noch übriggebliebenen Kanten des Kartons.

Solltet Ihr keinen Karton zur Hand haben, könnt Ihr auch ganz einfach nur ein Stück Pergamentpapier nehmen und es vor die Lampe klemmen. Denkt aber daran, dass die Leuchtmittel sehr warm werden können und haltet deshalb einen entsprechenden Abstand ein, schaut auf die Temperaturen und schaltet die Lampen sofort wieder bei Nicht-Benutzung wieder aus.

Blitz: Der Blitz gibt zwar auch extra Licht, jedoch ist der in der Kamera eingebaute Blitz für Produktfotos fast immer ein Problemkind, da die Farben oft sehr unnatürlich wiedergegeben werden.

Mit dem externen Blitz hingegen hat man auch die Möglichkeit, seinen Artikel auch indirekt zu beleuchten oder auch die Stärke des Blitzes einstellen zu können. Dies erfordert zwar auch ein wenig mehr Erfahrung und Geduld bei den ersten Anwendungen, bringt aber ganz gute Resultate.

Aufheller: Die richtige Beleuchtung kann man aber auch mit ein paar einfachen Hilfsmitteln noch verbessert werden, wenn man das Licht so reflektiert, dass es an den passenden Stellen das Produkt genau richtig ausleuchtet. So kann man Lichtakzente setzen oder Schatten so aufhellen, dass diese kaum noch zu sehen sind. Dafür eigenen sich besonders kleine Spiegel, Styroporreste, Aluminium- oder Goldfolie oder einfach nur weißes Papier.

Polfilter: Fotografiert Ihr öfter spiegelnde oder glänzende Produkte wie Schmuck, Glas oder lackierte Objekte, dann helfen Euch Polfilter (Polarisationsfilter) dabei die Spiegelungen und Reflexe zu vermeiden.

Hintergründe: Natürlich sind Kamera, Lichteinfall und Arrangement sehr wichtig, aber auch der Hintergrund spielt eine entscheidende Rolle. Deshalb solltet Ihr bei Eurer Wahl darauf achten, dass dieser Euer Produkt unterstützt und nicht von ihm ablenkt!
Am besten geht das, wenn der Hintergrund einen guten Kontrast bildet, aber dennoch farblich auf Euer Produkt abgestimmt ist. Natürlich muß es nicht immer ein weißer Hintergrund sein. Auch Holz oder eine bestimmte wiederkehrende Dekoration oder einzigartiger Stil sind hervorragend. Im Idealfall wird Euer Hintergrunddieser Teil Eures Wiedererkennungseffektes.

Tipp: Die einfachste Variante einen Hintergrund für sein Produkt zu nutzen, ist ein großes weißes oder farbiges Blatt Papier oder von einer Geschenkpapierrolle bzw. von Papiertischdecken von der Rolle. Der Kreativität sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

Diese legt man in eine Hohlkehle und befestigt sie zum Beispiel ganz einfach mit Reizzwecken oder Klebeband an einer Wand, einem Sofa, in einem Wäschekorb, in einem alten Versandkarton, in einem aufgeklappten Buch oder auf einem zweckentfremdeten Holzbock. Ganz wie und wo Ihr Platz dafür findet.

Im nächsten Beitrag zeigen wir Euch, wie Ihr Euer Lichtzelt mit ganz einfachen Mitteln selbst bauen könnt. Oder braucht Ihr noch ein Kameraband? Wie Ihr das selbst herstellt, könnt Ihr hier nachlesen.

Was nutzt Ihr für Hilfsmittel, um tolle Fotos zu zaubern?

Mehr zum Thema: Das perfekte Foto findet Ihr hier:

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Fotobox selber bauen!
Richtig beleuchten!
Schmuckfotografie – So macht’s goldschmiedeberlin!
Die passenden Kameraeinstellungen wählen!
Modefotos – So macht’s Bonnie & Buttermilk
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2 Kommentare

  1. Art van Mil (15.06.12 08:17 Uhr)

    Tolle Anregungen – prima erklärt, vielen herzlichen Dank :o) !!!

  2. Teil 3: Besser gefunden werden – Shop professionalisieren mit Selbstmarketing (21.11.12 11:15 Uhr)

    [...] um festzustellen, woran es liegt. Wenn nötig, einfach auch nochmal neue Bilder schießen! Hier erfahrt Ihr viel Interessantes zu Euren [...]

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