Im Interview: monas DickyBird

von am 04.06.2012 um 10:00 Uhr | 3 Kommentare | Interviews

Buchstaben sind ihre Leidenschaft! Denn Mona aus Ahorntal bei Bayreuth verkauft unter dem Namen monas DickyBird “kleine feine Papeterie Objekte” mit Witz und Charme. Ihre Designs sind unkonventionell und ein Schmuckstück für jede Wohnung. Mona spielt mit Formen und Wörtern und druckt ihre Designs mit alten Blei- und Holzbuchstaben, wie zu Gutenbergs Zeiten, auf einer alten Tiegel- und Abziehpresse. Dabei entstehen Kalender, Karten, Lesezeichen, Notizbücher und besondere Geschenkideen. Grund genug für uns, mal bei Mona für ein Interview anzuklopfen!

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich heiße Mona, wohne und arbeite in der Fränkischen Schweiz, im wunderschönen Ahorntal. Zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Stubentigern Richard und Bender. Ich bin selbständig als freischaffende Künstlerin, Illustratorin und Grafikdesignerin und trenne meine unterschiedlichen kreativen Bereiche nicht strikt voneinander ab. Somit ist DaWanda für mich nur eine weitere Möglichkeit selbständig tätig zu sein und auch davon leben zu können. Ich genieße die Ruhe und die Inspiration durch die Natur, liebe es in meinem Atelier an den alten Druckmaschinen und der Staffelei zu arbeiten. Ein wunderbarer Ausgleich zur grafischen Tätigkeit, die heutzutage fast ausschließlich am Computer stattfindet.  Ein Produkt herzustellen, Ideen gestalten, mit den eigenen Händen arbeiten, das gibt mir immer wieder dieses tolle Gefühl: „Heute ist ein guter Tag“!

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
Einfache Zeichen und Symbole – klare Farben und Formen, Traditionelles und Modernes verbinden.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und hast Du bestimmte Vorbilder?
Schon immer habe ich gezeichnet und gemalt. Es gibt die wildesten Geschichten über mein „Vermarktungstalent“ schon in Kindergartentagen. Da mussten z. B. die Nachbarn als Vernissagegäste für meine erste Ausstellung im Kinderzimmer herhalten, natürlich zum Leidwesen meiner Mutter. Ziemlich zielstrebig habe ich dann auch meine kreative Ausbildung verfolgt und nach dem Studium als Kommunikationsdesignerin in Agenturen gearbeitet. Meine wirkliche Leidenschaft galt jedoch immer der freien Kunst und nun bin ich seit einigen Jahren als selbständige Künstlerin tätig, bestreite Ausstellungen im In- und Ausland. Die Verknüpfung verschiedener Disziplinen finde ich besonders spannend. Altes mit Neuem zu kombinieren, sich austesten, Überraschungen zulassen und mit traditionellen Techniken zu verbinden. Das war auch der Grund für mein Label Monas Dickybird mit alter Buchdrucktechnik zu arbeiten. Hier lässt sich Typografie noch richtig erspüren und jeder Druck muss den alten Maschinen abgerungen werden. Die Lettern drücken ihre Oberfläche ins Papier, ihre Kerben zeugen von Gebrauch und Vergänglichkeit. Ein Arbeitsprozess der die Zeit wunderbar verlangsamt und als Gegenentwurf zur immer schneller tickenden Kommunikationswelt steht. Bei Kreativen und Künstlern schätze ich immer den Mut des Grenzgängers. Menschen wie Niki de Saint Phalle, die mit Ihren Schießbildern Neuland betreten hat und damals als Frau die Kunstszene aufmischte. Bodo Korsig mit seinen beeindruckenden Holzschnitten, Schriftbildern und Objekten, oder die geniale Farbwelt eines Paul Klee in den Arbeiten seiner Tunisreise.

Wo entstehen Deine Drucke und wie zeitaufwendig ist die Produktion?
In meinem Atelier arbeite ich täglich an verschiedenen Projekten. Am Anfang entstehen schnelle Skizzen oder kurze Notizen, die als Grundlage für neue Produkte dienen. Leider komme ich nicht immer sofort zur Umsetzung und so schlummern manche Ideen viel zu lange in meinem Skizzenbuch. Das Vögelchen, dass dann am lautesten schreit, kommt auch als erstes an die frische Luft! So schwirrt mir mein kleines Label monas DickyBird eigentlich ständig im Kopf und nimmt mittlerweile einen großen Teil meiner kreativen Arbeit in Anspruch. Sehr spannend ist der Umgang mit den alten Schriften und Druckmaschinen, die ich mir im Laufe der Zeit zusammengetragen habe. Ich lerne täglich dazu und entdecke immer wieder neue Kniffe und Möglichkeiten. Stets versuche ich verschiedene Handwerkstechniken miteinander zu verknüpfen. Drucken, binden, falten, zeichnen, schneiden, kleben, usw. Bei jeder Idee überlege ich, wie ich es optimal realisieren kann und tüftle über die einzelnen Arbeitsschritte nach. Gerade bei meiner kleinen Wunschbox mit Zaubernuss sind viele verschiedene Handgriffe notwendig und die Herstellung ist sehr aufwendig. Da heißt es, mit dem Schneiden des Papiers, den einzelnen Druckschritten, dem Falten der Box, der Kundenindividualisierung durch Eindruck, über das Sammeln der Eicheln und der Herstellung der Zaubernuss, ca. 25 einzelne Arbeitsschritte zu koordinieren. Das war gerade in der Vorweihnachtszeit ziemlich zeitintensiv und hat mich logistisch gefordert. So war ich in dieser Jahreszeit fast schon rund um die Uhr mit DaWanda beschäftigt.

Wann hast du die besten Ideen und mit welchen Materialien arbeitest Du?
Mit offenen Augen durch die Welt gehen, ob beim Waldspaziergang, im Supermarkt, beim Sport. Irgendwie kumuliert sich dann meist eine Idee für das nächste Projekt. Oft in den ungünstigsten Momenten, wie z. B. mitten in der Nacht. Da kommt sie dann sofort als kurze Skizze oder Notiz in mein Sammelbuch und wird erst mal festgehalten. Ganz wichtig ist für mich auch das haptische Materialerlebnis. Durch den Umgang mit den alten Blei- und Holzschriften, einem schönen Papier oder ungewöhnlichen Druckstöcken komme ich immer wieder ins Ausprobieren und Testen. Eine meiner liebsten Schriften habe ich aus London. Ziemlich verkerbt und abgenudelt finde ich sie besonders reizvoll und liebe ihre Patina. Bei den von mir verwendeten Druckfarben und Papieren achte ich auf Umweltverträglichkeit und nachhaltige Produktion, wie z. B. Papier aus FSC-Zertifiziertem Anbau oder Ökodruckfarbe auf Bio-Basis, mit rein pflanzlichen Bindemitteln.

Beschreibe kurz Deine Arbeitsschritte:
Anhand meiner ersten Ideen arbeite ich mich weiter vor. Oft wird noch ein wenig skizziert und genauer ausgearbeitet, dann suche ich das passende Material zusammen, welches Papier und welche Farbe ist für das Projekt geeignet. Die Schriften werden ausgesucht, kombiniert und eventuell mit einer Illustration ergänzt. Dann wird alles im Handsatz zusammengetragen, eine Druckform erstellt und der erste Andruck gemacht. Bis alles für die Auflage stimmt, muss die Druckmaschine optimal eingerichtet, die Schrift in der Höhe zugerichtet werden und dann kann es mit Muskelkraft ans Drucken gehen. Bei meiner alten Abziehpresse wird die Druckwalze mittels Kurbel über den Druckstock bewegt, was ganz schön in die Oberarme geht. Bei jedem Druckgang muss zusätzlich mit einer kleinen Farbwalze der Druckstock per Hand eingefärbt werden. So gleicht kein Abzug dem Anderen und jeder Druck wird zum Unikat.

Wer sind Deine Kunden und was ist Dein Verkaufsschlager?
Mein absoluter Dauerbrenner ist die individuelle Zaubernuss mit eigener Wunschbox. Das freut mich besonders, denn so werden viele gute Wünsche verschenkt und ein wenig Freude verbreitet, das finde ich einfach wunderbar!

Welche Rolle spielt DaWanda für Dich?
DaWanda ist eine wunderbare Plattform und ermöglicht mir einfach und direkt die Vermarktung meiner Produkte. Gerade am Anfang konnte ich mich optimal austesten, immer wieder dazulernen und mich mit anderen austauschen. Das direkte Feedback finde ich besonders motivierend. Ob über Verkäufe, Kommentare oder Kundenbewertungen, es spornt an und man bleibt einfach dran. Jeden Tag bin ich aufs Neue überrascht, wie viele kreative Ideen durch DaWanda präsentiert werden und bin stolz ein Teil davon zu sein.

Was würdest Du DaWanda-Neulingen raten?
Wenn du wirklich kreativ arbeiten willst, dann mach es. Durchhalten und dranbleiben. Gerade am Anfang ist das sicherlich oft anstrengend und entmutigend, aber man ist nicht allein. DaWanda beweist dies als funktionierende Plattform. Nutze die Möglichkeiten, die dir geboten werden, schau dich um und such dir entsprechend Hilfe, wenn es mal nicht so klappt.

Welche sind Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda:

  • trash code universe: Wunderbare Illustrationen, genial. Diese kleinen Originalzeichnungen sind für mich grandiose Kunstwerke mit Schmunzeleffekt.
  • alberto’s family: So liebevoll und perfekt gemacht, ich war ganz hin und weg, als meine erste Taubensockenlieferung ins Haus flatterte. Das macht das Leben aus!
  • Knallbraun: Linoldrucke vom Feinsten. Helden für den Alltag kann doch jeder gebrauchen!

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin?
Mein kleines Label macht mir einfach riesig Spaß. Viele Ideenskizzen warten schon auf Ihre Umsetzung. Sicherlich werden in der nächsten Zeit weitere Produkte dazukommen. Gerne würde ich neue Bedruckstoffe testen und Textilien bedrucken.

Dein Schlusswort?
Monas Lächeln und ein großes DANKESCHÖN für die tolle Zeit mit DaWanda!

P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter interview@dawanda.com. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!



3 Kommentare

  1. Lotte (04.06.12 11:09 Uhr)

    Ganz tolle Arbeiten!
    Immer wieder ein genuss sie zu sehen!

    Lotte

  2. Maja Koglin (04.06.12 11:12 Uhr)

    Genial! Genau so mag ich es ! Wirklich sehr schön! Weiter so und liebe Grüße
    Maja

  3. Martina (05.06.12 10:23 Uhr)

    Wunderschöne Sachen machst Du!!! Sehr sehr schön!!!
    Ich werde gleich mal im Shop stöbern gehen. Typografie ist einfach etwas Feines!!
    Weiter so! Und noch viele viele Verkäufe!

    LG
    Martina.

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