Im Interview: Nina Führer

von am 09.01.2012 um 10:40 Uhr | 2 Kommentare | Interviews

Nina aus Vals in den Niederlanden hängt im Moment an der Nadel – an der Stricknadel. Die gebürtige Deutsche fertigt unter dem Namen Nina-Fuehrer mit Hilfe Ihrer Strickmaschinen wärmende Schals und Mützen mit tierischen Referenzen. “Auf die Tiere bin ich durch Zufall gekommen, ich hab die gestrickten Tierschals am Anfang als Produkt nicht sehr ernst genommen.” Mittlerweile hat sie bereits über 100 der handgefertigen Tierschals und Mützen aus hochwertiger Merinowolle verkauft und trotz des milden Winters ist ein Ende nicht in Sicht. Wir haben Nina nach ihren Ideen für zukünftige Produkte und ihren Vertriebswegen gefragt und interessante Antworten bekommen. Viel Spaß beim Lesen!

Bitte stell Dich kurz vor:
Hallo, ich bin Nina und Modedesignerin. Ich bin Deutsche, lebe und arbeite schon seid über 20 Jahren in den Niederlanden.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und wer inspiriert Dich?
Ich habe schon als Kind den ganzen Tag gebastelt und mir als Teenager und auch später meine Kleidung selber genäht. Ich finde ganz viele Designer toll! Von Sandra Backlund mag ich die gestrickten Skulpturen oder von C Neeon die Prints.  Allerdings ist mein eigener Stil relativ unbeeinflusst davon.

Wie kommst Du auf die Idee für neue Kreationen und mit welchen Materialien arbeitest Du vornehmlich?
Angefangen habe ich zum Beispiel mit Kleidern und Röcken aus alten Bundeswehrzelten -  tragbare Straßenmode. Im Moment mache ich aber hauptsächlich gestrickte Accessoires aus hochwertiger Wolle. Ich gehe beim Entwerfen immer vom Material aus, beim Stricken bin ich da ziemlich frei. Ich mag am Stricken, dass man 3-dimensional arbeiten kann. Auf die Tiere bin ich durch Zufall gekommen, ich hab die gestrickten Tierschals am Anfang als Produkt nicht sehr ernst genommen. Eine befreundete Modedesignerin meinte aber, ich müsste die unbedingt weiterentwickeln. Das hab ich dann gemacht, und die Sachen kommen bei allen Altersstufen im Moment gut an.

Beschreibe kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Ich arbeite nicht sehr konzeptuell. Ich habe eine Idee und probiere einfach aus, im Moment an der Strickmaschine. Ich arbeite manchmal mehrere Wochen an einem Produkt, bis es soweit ist, dass man es verkaufen könnte. Zuletzt habe ich Kakadus gestrickt, weil ich die in Australien gesehen habe und sehr schön fand (demnächst im Shop).

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben und was kennzeichnet ihn?
Einfache, klare Formen sind mir wichtig. Die Produkte sollen leicht zu verstehen sein. Bei meiner Mode (die im Moment noch nicht auf DaWanda zu sehen ist, außer einem Kleid) ist mir wichtig, dass die Sachen angezogen auch in größeren Größen an echten Menschen gut und vorteilhaft aussehen. Gute Verarbeitung ist selbstverständlich. Wenn ich was Neues mache, passe ich auf, dass es stilmäßig zu den älteren Produkten passt.

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin? Worauf dürfen wir uns noch freuen?
Ich will wieder richtige Kleidung für Frauen entwerfen. Accessoires lassen sich zwar gut verkaufen, aber ich kann eigentlich mehr. Letztes Jahr habe ich Winterjacken und Mäntel  aus Wolldeckenstoff mit selbstgestrickten Details genäht. Die waren aber zu viel Arbeit und deshalb zu teuer. Ich muss das irgendwie vereinfachen, ich habe jedenfalls noch ganz viel Stoff übrg und auch schon einige Ideen.

Wie wichtig ist Dir das Netzwerken mit anderen Kreativen?
Sehr, sehr wichtig! Ich kenne viele selbstständige Modedesigner aus verschiedenen Ländern. Man trifft sich immer wieder auf Messen, freundet sich an und tauscht wichtige Neuigkeiten aus, zum Beispiel über Läden oder Hersteller.

Nenne uns Deine liebsten Orte im Netz:
Der wichtigste Modeblog für mich: The Sartorialist
Auch nett zum reinschauen die Modeschule in Antwerpen:
Ich bin Mitglied in der Designmetropole Aachen (Wir sind ein Zusammenschluss von selbstständigen Designern in der Region rund ums Dreiländereck und machen grenzüberschreitende, lustige Aktionen)

Wie bewahrst Du Dir ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit?
Weil ich eine Familie habe, ist es gar nicht möglich ständig nur zu arbeiten. Außerdem habe ich gelernt auf mich achtzugeben.

Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit und was hat sich für Dich verändert, seit dem Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
Ich habe den DaWanda Shop noch nicht so lange und auch noch nicht so viele Produkte reingestellt. Ich bin noch nicht mal dazu gekommen ein Banner hoch zu laden. Trotzdem habe ich schon viele Abonnenten. Ich sehe das Potential, wenn ich meinen Shop erstmal richtig ausgebaut habe, deshalb bin ich super froh mit DaWanda. Ich würde jetzt auch ganz anders an meine nächste Foto-Session rangehen.

Welchen Ratschlag würdest Du jemanden geben, der vor hat seine kreativen Träume zu verwirklichen? Was würdest Du DaWanda-Neulingen raten?
Einfach mal anfangen, seine Sachen reinstellen, nicht ewig zögern. Wenn man dann nichts verkauft kann man immer noch überlegen, was man verbessern kann. Vielleicht die Fotos? Oder die Produkte?

Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda (mit Links) und verrate uns warum Du sie so magst:
•    Ahzehweh: Die Grafiken finde ich einfach süß!
•    Fraeulein-Prusselise: Kenn ich noch von früher, ich hab sie jetzt erst auf DaWanda wiedergesehen, mit Strümpfen!
•    Ken Panda: Er war auf der Designers Open in Leipzig mein Standnachbar und hat uns den ganzen Tag mit guter Musik beschallt – danke!

Dein Schlusswort?
Ich bin ein DaWanda-Fan geworden!  Erst war ich ja skeptisch, weil es von Eurer Seite keine Auswahl gibt, was die Qualität betrifft und jeder seine selbstgemachten Sachen reinstellen kann. Mittlerweile habe ich verstanden, dass das  Konzept so viel besser ist, weil das ja auch alles potentielle Kunden sind. Die Leute sind meistens total nett und sehen sich als Teil einer Community, weil sie selber einen DaWanda Shop haben.

Welche Frage haben wir Dir nicht gestellt, die Du gerne noch beantworten möchtest?
Die Frage nach meinen Vertriebwegen. Ich gehe oft auf Verkaufsmessen. Da mache ich bis jetzt den meisten Umsatz und lerne viele  Designer und andere Fachleute kennen. Ich finde es super, dass man direktes Feedback von den Kunden bekommt und die Kunden in unterschiedlichen Ländern vergleichen kann. Im September war ich eine Woche in London auf der Originuk, das hat sich sehr gelohnt. An Läden verkaufe ich nur, wenn ich was übrig habe. Ich kann leider nicht so viel selber produzieren.

P.S.: Wenn Ihr auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtet, sendet bitte Euren ausführlich ausgefüllten Fragebogen an Anna unter interview@dawanda.com. PS. Fotos im Querformat nicht vergessen!



2 Kommentare

  1. our proud member Nina Führer is getting famous on DAWANDA! | (12.01.12 12:55 Uhr)

    [...] http://blog.dawanda.com/2012/01/09/im-interview-nina-fuhrer/ Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. ← WALKING WESTWALL FILM now online PECHA KUCHA Maastricht visits Aachen Vol. 2 → [...]

  2. Katharina (12.01.12 14:04 Uhr)

    Prima Sache, endlich mal eine Kreative, die nicht aus Berlin kommt sondern aus unserer schönen Stadt Aachen bzw. dem NL und B Umland! Vielen Dank dafür!

Kommentar

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