Praktisch veranlagt wie ich nun einmal bin, wollte ich mich auch dieses Mal wieder einem Thema widmen, das uns alle angeht. Oder doch die allerallermeisten zumindest. Das ewige am-Schreibtisch-sitzen.
Ob beruflich oder privat, wir verbringen doch schon einen ziemlich großen Teil des Tages am Schreibtisch. Aber widmen wir diesem Ort, an dem wir so viele Stunden mehr oder weniger sinnvoll rumsitzen, eigentlich genug Aufmerksamkeit?
Zunächst einmal drängt sich da die Sache mit dem “richtigen” Sitzen auf. Klar weiß man, dass man besser gerade sitzen sollte, um Rückenschmerzen und Muskelschwund zu meiden. Aber auch ich ertappe mich allzuoft in Mr.-Burns-artiger Haltung auf meinem Schreibtischstuhl. Die Vorbildlichen unter uns haben sich deswegen einen ergonomisch geformten, die gerade Sitzhaltung unterstützenden Stuhl zugelegt. Das finde ich sehr anständig. Jedenfalls solange es keiner dieser schrecklichen Gymnastikbälle ist. Nicht nur, dass sie scheiße aussehen. Was so ein gekonnter Rundrücken ist, der lässt sich auch nicht so leicht von nem dahergerollten Riesenflummi austricksen.
Wer erst einmal ordentlich dasitzt, hat schon viel gewonnen. Er sollte aber nicht vergessen, dass es noch verhältnismäßig leicht ist, einfach so gerade da zu sitzen. Das haben schon viele geschafft. Schwieriger ist es schon, auch beim ständigen Arbeiten die Form zu wahren. Ich bin z.B. immer wieder leicht amüsiert, wie manche Menschen beim Schreiben über den Tisch gebeugt sind, mit dem Kopf nur wenige Zentimeter über der Tischplatte, gerade so, als wären sie Tintenjunkies, denen es weniger ums Verfassen eines Textes als vielmehr ums Inhalieren der blauen Flüssigkeit aus ihrem Stift ginge.
Neben dem Stuhl hat natürlich der Schreibtisch als solcher überragende Bedeutung. Ich finde, er sollte vor allem nicht zu klein sein. Und nein, das sage ich nicht, weil ich mit meinem Schreibtisch etwas kompensieren möchte. Stattdessen geht es mir eher so, dass ich mich gerne mal etwas zumöhle (Frechheit, der Duden kennt das Wort nicht!). Und da sind kleine Schreibtische einfach der Tod, weil sie allzu schnell zu reinen Ablageflächen verkommen, die ich mich hüte aufzuräumen, weil ich dann dieses eine kleine Ding, das unter dem dritten Stapel links lag, nie mehr wiederfinde.
Kommen wir nun aber endlich zum Stil, den die Überschrift angekündigt hat. So wie alle Dinge im Leben kann man auch die Arbeit am Schreibtisch mit Stil bewältigen. Was das für mich heißt, lasse ich ja nach Möglichkeit hier und da in meinen Beiträgen durchblitzen. Auf zwei Dinge sollte man vor allem achten.
Wichtig ist zum Einen das Reduzieren aufs Wesentliche. Alle unnützen Staubfänger also ab in den Papierkorb. Es muss natürlich keine ganz blanke Tischplatte vor einem stehen. Aber ein übersichtlicher Schreibtisch erfreut nicht nur das Auge, er erleichtert auch das Arbeiten. Zugegebenermaßen ist dieser Punkt auch für mich nicht immer ganz leicht umzusetzen.


Zum Anderen aber geht es natürlich um die Schreibtischutensilien. Diese sollten vor allem schlicht, nützlich und von guter Qualität sein. Wem nutzt der Plastik-Locher aus dem 1-Euro-Laden, wenn er nicht mal ordentliche Löcher stanzen kann und sich ständig im Papier verhakt? Wie so oft kann ich hier auch Vintage ans Herz legen. Auch wenn ich mir dabei etwas großvatermäßig vorkomme, aber alte Dinge haben nicht nur einen besonderen Charme, sie sind eben auch meist einfach dafür gebaut, eine ganze lange Weile zu halten.
Ich wünsche weiterhin viel Spaß beim (dumm) Rumsitzen. Gehabt Euch wohl.