
Man nehme eine Prise Abenteuergeist, jede Menge Kreativität und modisches Gespür und einen großen Schuss Liebe und fertig ist das Label Eleanor Rot. Nora ging der Liebe wegen nach Portugal und fertigt stylische Mode inspiriert von den 80er Jahren.Trendige Minikleider, Bleistiftröcke, Stoffhosen und Bolereojäckchen sind nur ein kleiner Teil von Eleanor Rot. Jerseyschals, Haarbänder und auffällige Ketten vervollständigen das Angebot. Mehr über Nora und ihre Zukunftspläne erfahrt Ihr im folgenden Interview:
Bitte stell Dich kurz vor:
Hallo, ich bin die Nora und stecke hinter dem Mode- und Accessories-Label Eleanor Rot. Ich bin 27 Jahre alt und komme aus Deutschland, lebe aber zur Zeit in Porto, einer wunderschönen Stadt am Atlantik. Weshalb ich in Portugal bin? Natürlich wegen der LIEBE! Die hat mich hierher an den westlichsten Rockzipfel Europas verschlagen.
Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt?
Meine kreative Ader kannte ich eigentlich schon immer. Seit ich denken kann mache ich Dinge selber und habe immer irgendwelche kreativen Projekte verfolgt. Von meiner Mutter habe ich nähen, stricken und häkeln gelernt, während mein Vater sehr viel gebastelt, gezeichnet und geschrieben hat. Selber Dinge zu machen hat für mich also von klein auf dazugehört.
Als Studentin habe ich mir dann – oft einfach aus Kostengründen ;-) – selbst Klamotten genäht. Und irgendwie bin ich dann bei der Mode geblieben.
Woher beziehst Du Deine Inspiration?
Meine Inspiration sind vor allem Frauen, bzw. die Idealfrau, die ich mir vorstelle. Dieses Idealbild ist kein statisches, es wandelt sich ständig, aber es dreht sich meistens um eine Achse zwischen einerseits Weiblichkeit und femininer Form und andererseits Stärke und Unabhängigkeit. Diese Balance drückt sich dann aus in der Verbindung von femininen Linien mit festen und robusten Materialien. Ich versuche mit schlichten Formen und Farben zu arbeiten und wenige Muster zu verwenden.
Oft gehe ich auch von dem auswas ich selbst tragen möchte, was ich schön finde. Ich selbst trage meine eigenen Kreationen nämlich auch sehr gerne ;-)
Außerdem sind aktuelle Trends und Trends vergangener Epochen wichtige Quellen für Ideen, sowie die stetige Suche nach neuen Materialien. Ich liebe es stundenlang durch Stoff- und Materialläden zu stöbern, Knöpfe zu sammeln, bunte Garnrollen zu stapeln….
Hast Du Vorbilder im Bereich Design?
Ich habe viele Vorbilder im Bereich Design, viel zu viele um sie hier alle aufzuzählen. Eine ganz wichtige ist aber sicherlich Vivienne Westwood, da sie die DIY-Idee mit Mode und Couture verbindet und viele Konventionen über den Haufen geworfen hat. Immer, wenn ich also eine Idee habe und dann plötzlich unsicher bin… Geht das überhaupt? Was denken bloß die anderen, wenn sie das sehen? …. dann besinne ich mich oft auf Westwood. Denn ganz offensichtlich entstehen erst die kreativsten und innovativsten Dinge, wenn man die Grenzen des bisher Üblichen überschreitet.
Mit welchen Materialien arbeitest Du bei der Herstellung Deiner Produkte?
Ich arbeite vor allem mit Stoffen. In Porto kann ich, da der Norden Portugals eine traditionelle Textilindustrie hat, viele unterschiedliche Stoffe finden. Besonders mag ich allerdings die klassischen Stoffläden hier, die seit 100 Jahren in Familienhand sind und wo man mit etwas Glück auf einen alten Schatz an Vintagestoffen stößt.
In Verbindung mit Stoff, bzw. textilen Materialien, verwende ich gerne Metall. Die Kombination aus weich und hart, aus warm und kühl, finde ich sehr reizvoll und oft verleiht das Metall dem Stoff eine ganz neue Wertigkeit.
Beschreibe bitte kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Mein kreativer Prozess beginnt meist auf dem Papier mit einer Zeichnung. Diese Zeichnung ist oft schon ein Prozess an sich und manchmal braucht es zehn Skizzen bis ich zufrieden bin. Ausgehend von diesen Skizzen entsteht dann ein Schnitt und dieser wird dann in Stoff realisiert.
Viel Zeit verbringe ich auch mit der Suche nach Material. Dies bedeutet, dass ich entweder mit meiner Zeichnung losziehe auf der Suche nach dem passenden Stoff, oder dass ich ein Material sehe und plötzlich eine Idee habe, was man daraus machen kann.
Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
Eleanor Rot steht für Klare Linien und Schnitte, kräftige Farben und reduzierter Einsatz von Mustern.
Spaß an Mode und Trends, gemischt mit Experimentier- und Kombinierfreudigkeit sowie ein Frauenbild, welches mit dem Grenzgang von Femininität und Stärke spielt, sind die grundlegenden Inspirationen, deren Wurzeln sicherlich im Powerlook der 80er Jahre zu finden sind.
Wer sind denn die typischen „Eleanor Rot“-Kunden?
Meine Kunden sind vor allem Frauen. Einige meiner Accessories, besonders die Schals, eignen sich auch für Männer, aber meine Mode richtet sich ausschließlich an weibliche Kundschaft. Meine Kleider mache ich für junge Frauen, die selbstbewusst, unternehmungs- und abenteuerlustig sind. Mädchen, die einerseits modisch und ausgefallen gekleidet sein wollen, die gerne auffallen, zugleich aber Wert auf Funktionalität und Bequemlichkeit legen.
Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit?
DaWanda ist für mich ein zentraler Vertriebs- und Marketingkanal. Über DaWanda erreiche ich tagtäglich viele hundert Menschen in vielen verschiedenen Ländern – vielmehr als mir mit einem Laden in einem festen Ort möglich wäre.
Beispielsweise sind die meisten meiner Kunden weiterhin in Deutschland, obwohl ich mittlerweile in Portugal lebe. Durch DaWanda ist es mir möglich den Kontakt zu meinen Kunden außerhalb Portugals zu halten.
Außerdem habe ich über DaWanda einen direkten Kundenkontakt, was ich super finde. Ich kann meine Kunden selbst direkt beraten, falls sie Fragen haben und ich bekommen von ihnen direktes Feedback zu meiner Arbeit. Dieser ständige Austausch und Kontakt ist ungemein wichtig und ist, wie ich finde, eine der besten Seiten an DaWanda.
Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda?
Schwierig, schwierig…zu gut und zu groß die Auswahl ;-)
- kenpanda
- goodmorningmidnight
- cecilebelmont
- heikkokohta
Ist Dir auf DaWanda schon einmal etwas Ungewöhnliches passiert?
Ja, vor ein paar Wochen öffnete ich morgens mein Nachrichtenfach und fand die Nachricht einer alten Schulfreundin, sie hatte mich auf der DaWanda-Startseite entdeckt, das fand sie lustig und schickte mir einen kleinen Gruß von Deutschland nach Portugal.
Schon witzig, wie klein die Welt im Internet ist und Deutschland und Portugal liegen plötzlich in Sichtweite!
Was hat sich für Dich verändert, seit Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
Seit ich meinen DaWanda-Shop eröffnet habe, hat sich für mich alles verändert. Vorher habe ich Sozialwissenschaften studiert und wusste nicht so recht, was danach kommen soll. Mit DaWanda hatte ich plötzlich die Möglichkeit Geld mit dem zu verdienen, was mir wirklich Spaß macht: Mode.
Außerdem habe ich realisiert, welche Möglichkeiten das Internet jungen und kreativen Menschen bietet, die neue Wege gehen wollen, die mit relativ wenig Ressourcen ein eigenes Unternehmen beginnen wollen. Vorher benötigte man ein teuer gemietetes Ladenloal oder war auf andere Läden zum Verkauf mit Kommissionsbedingungen angewiesen.
Wie siehst Du Deine Zukunft als DesignerIn bzw. KunsthandwerkerIn?
Meine Zukunft sehe ich auf jeden Fall mit Eleanor Rot. Ich möchte gerne, dass Eleanor Rot weiter wächst und zu einem nachhaltigen Unternehmen wird, d.h. dass ich auf lange Sicht andere Personen zu fairen Konditionen beschäftigen kann und dass ich meine Produktion umweltfreundlich gestalten kann.
Mittlerweile arbeite ich schon mit einer Näherin zusammen, was ein erster Schritt ist und mir hilft mehr Zeit in neue Ideen und die Vermarktung von Eleanor Rot zu investieren.
Dein Schlusswort:
Vielen Dank DaWanda für diese tollen Erfahrungen und Begegnungen, die ich durch Euch machen konnte und jeden Tag mache! Ich hoffe, dass die DIY-Idee mit Euch weiter wächst und gedeiht und DaWanda weiterhin die Welt jeden Tag immer bunter und schöner macht.
P.S.: Wenn Du auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtest, sende bitte Deinen ausgefüllten Fragebogen an interview@dawanda.com.