Doppelt hält besser ist das Motto von Stine und Astrid von Sonst noch was?, die uns heute im Interview Rede und Antwort stehen. Trotz hunderter Kilometer Entfernung arbeitet das kreative Duo Hand in Hand und entwirft gemeinsam Melaminteller, Fuchskragen und witzige Frühstücksbrettchen. Was Astrid auf der Alm macht und welchen Künstler Stine besonders mag, erfahrt Ihr im Doppelinterview:
Bitte stellt Euch kurz vor:
A.: Salut, ich bin die Astrid und wohne zurzeit auf einem Berg in der Schweiz. Da es hier nicht viel mehr als Schafe gibt, mache ich das Beste daraus und versuche die Welt durch meine Illustrationen ein wenig besser zu machen. Spätere Weltherrschaft nicht ausgeschlossen.
S.: Moin, moin. Ich bin Stine, ein Nordlicht, das es ins Rheinland verschlagen hat. Nachdem die rechte Hirnhälfte tagsüber mit der Doktorarbeit beschäftigt ist, versuche ich, die linke mit Gestalten, Malen, Fotografieren und Nähen fit zu halten.
Wie habt Ihr Eure kreative Ader entdeckt?
A: Das müssen wohl meine Eltern beantworten… Ich zeichne, seit ich einen Stift halten kann.
S.: Das glaub ich Dir aufs Wort. Bei uns wurde auch immer irgendwie gebastelt, gewerkelt und gemalt. Muss hängen geblieben sein. Danke, Mama!
A: Stimmt, die Wahrscheinlichkeit ist seeehr hoch, dass Mutti eine gewisse Mitschuld trägt. Die Gute näht und strickt, sägt und bastelt was das Zeug hält.
Woher bezieht Ihr Eure Inspiration?
A.: Es gibt dafür keine genaue Quelle, man könnte wohl sagen aus „dem Leben an sich“, aber das klingt zu philosophisch. Vielleicht hat man irgendwo mal etwas Interessantes gesehen und sich gedacht: “Hach, das kann ich auch.“ Dann wird zu Hause ausprobiert, ob man es denn nun auch wirklich kann und siehe da, es funktioniert und sieht gar nicht mehr so aus wie der Ideengeber. Manchmal reicht auch einfach nur ein Thema, dann muss man allerdings erst eine Nacht drüber schlafen und am nächsten Tag wird, so sich denn die Zeit findet, sich darangesetzt.
S.: Wie viele hier auf DaWanda bin ich süchtig nach neuem Material – ein schöner Stoff, ein tolles Papier oder ein neues Werkzeug sind meistens die Auslöser für ein „Hm, was könnte man daraus/damit denn so Schönes machen?“ Ganz viel Inspiration kommt aber auch von Astrid – wenn sie da so auf ihrem Berg sitzt und Schwarznasenschafe anguckt, macht sie tolle Sachen. Die schickt sie mir und ich überlege manchmal, was daraus weiter entstehen könnte. Dann besprechen wir das, und am Ende kommen teilweise ganz neue Dinge dabei heraus. So ein wenig nach dem „Stille Post“-Prinzip.
Habt Ihr Vorbilder im Bereich Design? Wenn ja, wen und warum?
A.: Sehr gern mag ich die Sachen von Kevin Cornell (www.bearskinrug.co.uk), einem britischen Illustrator. Hat einen sehr guten Sinn für Humor.
S.: Seit meiner Kindheit hängen bei uns immer Bilder von Carl Larsson an der Wand und ich konnte mir die stundenlang anschauen. In diesem Sommer hatte ich das Glück, in Schweden einen Blick in sein Wohnhaus werfen zu dürfen und konnte die wunderschönen Stoff- und Möbeldesigns seiner Frau Karin von Nahem sehen. Tolle Sachen! Schlicht, zeitlos, gemütlich und freundlich. Das Skandinavische ist, glaube ich, meine Haupt-Inspiration.
Wie kamt Ihr auf die Idee für die Produkte in Eurem DaWanda-Shop?
A.: Stine ist schuld.
S.: Haha, mea culpa. Und das sehr gerne.
Mit welchen Materialien arbeitet Ihr bei der Herstellung Eurer Produkte?
A.: Vornehmlich Papier und Stoff.
S.: Yup, Papier und Stoff sind unsere „Weapons of choice“, würde ich sagen. Aber letztendlich verarbeiten wir alles, was uns in die Finger gerät und sich bedrucken lässt.
Beschreibt bitte kurz Euren kreativen Arbeitsprozess:
A.: Illustration: einfach drauf los zeichnen, wenn’s verspricht gut zu werden bloß nicht ablenken lassen. Stoff: Idee aufzeichnen, möglichen Schnitt zusammenstellen und mal versuchen zu nähen. Wenn’s geklappt hat, Stine fragen. Wir arbeiten teils allein, aber auch im Team, was über die Entfernung erstaunlich gut funktioniert.
S.: Gucken, denken, machen. Gucken, denken, verändern. Astrid fragen. Freuen. Andere Hirnhälfte mit Doktorarbeit beschäftigen. Hummeln im Hintern kriegen. Gucken…Und so geht das immer wieder von vorne los.
Wie würdet Ihr Euren Stil beschreiben?
A.: Nett, vielleicht auch mal niedlich aber niemals kitschig. Gradlinig, aber liebenswert. Alles darf vorkommen, aber bitte mit Stil.
S.: Schlicht und freundlich. An Karin Larsson’s „zeitlos und gemütlich“ arbeite ich noch, aber zwei von vier hab ich (glaube ich) schon mal.
Wer sind denn die typischen „Sonst noch was?“-Kunden?
A.: Gute Frage? Wer sind denn die Kunden?
S.: Da ich in Deutschland bin, kümmere ich mich um den Versand und die Verkaufsabwicklung. Von der Schweiz aus wäre das einfach zu kompliziert. Wer also etwas bei uns bestellt, „bekommt es mit mir zu tun“. Wir machen schon eher so Mädels-Sachen. Daher sind die meisten Kunden bei uns Kundinnen. Aber ein paar Männer haben auch schon bei uns vorbeigeschaut und eingekauft – wenn auch meistens für ihre Freundinnen/Frauen.
Wie seht Ihr Eure Zukunft als Designerinnen?
A.: Wunsch: „Sonst noch was?“ wird ein großer Hit. Was denn sonst… tss. Realität: Ich bastele gerade an einer eigenen Idee namens und-ausserdem und hoffe, so denn meine Illustrationen auf fruchtbaren Boden fallen, bald einen weiteren Tag Kita für mein persönliches Engelchen davon bezahlen zu können.
S.: Ich muss zwar keine Kita bezahlen, aber davon leben zu können, wäre schon eine prima Sache. Und wenn man schon mal träumen darf: Einen kleinen Atelier-Laden hätte ich neben unserem DaWanda-Shop furchtbar gerne. Also, wir arbeiten dran…
Welche Rolle spielt DaWanda für Eure kreative Tätigkeit?
A.: Sitzt wie ein kleines hartnäckiges Biest in meinem Hinterkopf und treibt einen an.
S.: Ja, DaWanda ist schon eine Riesen-Motivation. Dass man seine „Schätze“ so vielen Menschen vorstellen darf, empfinde ich außerdem immer noch als Privileg.
Was hat sich mit Deinem DaWanda-Shop für Dich verändert?
A.: Hm, die meiste Arbeit hat die arme Stine
S.: Ich bin auf dem Weg, mich mit meinem PostPoint-Besitzer zu duzen. Schaue ja schließlich fast jeden Tag bei ihm vorbei. Nee, Scherz beiseite: Fast alles hat sich verändert. Ich habe eine Menge dazu gelernt und sehr viele nette Menschen „getroffen“ (virtuell zumindest). Außerdem ist es einfach schön zu wissen, dass Menschen am anderen Ende der Republik unsere Schals tragen, man demnächst in Neuseeland von einem unserer Frühstücksbrettchen isst und einige Hochzeiten, Taufen und Geburtstage mit unseren Einladungs- und Glückwunschkärtchen gefeiert wurden.
Eure drei Lieblingsshops auf DaWanda?
- enna
- andischu
- purapura-paperlove
Ist Euch auf DaWanda schon einmal etwas Ungewöhnliches passiert? Habt Ihr zum Beispiel Freunde wiedergetroffen oder hat ein „Star“ bei Euch eingekauft? Habt Ihr Fans gewonnen oder verrückte Kundenbestellungen erlebt? Erzählt uns Eure persönliche DaWanda-Story:
A.: Naja, die Conny, eine ehemalige Mitbewohnerin aus Studienzeiten hat mal vorbeigeschaut. Das ist wirklich nett zu wissen, besonders da sie ja jetzt in Neuseeland ist.
S.: Bei mir war’s ähnlich: Eine liebe Freundin aus dem Studium, die ich aus den Augen verloren hatte (Huhu, Kathrin!), hat mich über DaWanda gefunden und mir eine E-Mail geschrieben.
Euer Schlusswort:
A.: Hm, hm — da möchte ich mich dem kubanischen Arzt in Bolivien anschließen, den ich neulich in den Nachrichten gesehen habe: „Wir arbeiten hier für die Revolution!“
S.: Aha. Dem möchte ich nix mehr hinzufügen. Lieben Dank für das Interesse an unserer Arbeit. Wir gehen dann jetzt mal wieder gucken, denken, machen und uns freuen.
P.S.: Wenn Du auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtest, sende bitte Deinen ausgefüllten Fragebogen an interview@dawanda.com.
Gesprächsstoff | Talk Time | sonst noch was? | der blog (11.01.10 11:33 Uhr)
[...] zu tun hat oder was wir unter dem “Stille-Post-Prinzip” verstehen, kann sich das komplette Interview seit heute auf DaWanda [...]
Tintenelfe (20.01.10 20:20 Uhr)
tolles Interview Mädels! Und schöne Sachen gibts auch noch zu entdecken! :-)
Hoglasta (18.02.10 11:55 Uhr)
Süßes Interview. Toll das es bei Euch auch mit einer “Fernbeziehung” klappt. Und alles Gute und Kompliment für die kreative Mama an das private Engelchen auf das es noch viele Kita- Tage erleben darf.
Handmade-Bayern (06.04.10 12:43 Uhr)
)))