Im Interview: domestic candy
- Posted by juliane on August 31st, 2009 filed in Interviews

Heute gibt es im Montagsinterview einen ganz besonderen Leckerbissen für alle Freunde des guten Geschmacks, denn die Innenarchitektin und Designerin Kerstin Reilemann erzählt uns an dieser Stelle, wie die wunderschönen Produkte für ihren Shop domestic candy entstehen.
Mit ihren charmanten Broschen und Ohrringen aus Holz und tollen Wohnobjekten wie Brettchen, Tafeln oder Schmuckbäumen hat Kerstin schon viele DaWanda-Käufer in der ganzen Welt begeistert. Uns auch!
Und nun viel Spaß beim Interview mit Kerstin:
Bitte stell Dich kurz vor:
Ich heiße Kerstin, bin 32 Jahre alt und komme aus Göttingen. Nach meinem Innenarchitekturstudium an der FH Hannover bin ich, nach einem kurzen Intermezzo in Hamburg, in Hannover geblieben. Nun lebe ich mit meiner Familie im Stadtteil Linden und fühle mich hier sehr wohl. Mein Mann betreibt ein paar Häuser weiter eine kleine portugiesische Pastelaria mit selbst gebackenen Törtchen und kleinen Kuchen.
Nach einigen selbstständigen Projekten und verschiedenen Jobs in Gestaltungsbüros hat sich mein kleiner Sohn angekündigt ;) Damit hat mein Leben eine 180° Wendung gemacht. In dieser Zeit habe ich meine ganze Kreativität in die Gestaltung unseres Lebensraumes gesteckt: Wohnung einrichten, dekorieren, phantasievolle Kinderzimmergestaltung, Entwürfe für Spielzeug wie Mobiles, Bauernhöfe, Kaufmannsladen, Kinderküche, Kreidetafel etc. Kurz nachdem Emil in den Kindergarten gekommen ist, habe ich angefangen, erste Prototypen aus Holz herzustellen.
Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt?
Schon immer interessiert mich die Gestaltung von Lebensräumen und schönen Produkten und es begeistert mich seit jeher, Ideen dazu entwickeln und real werden zu lassen.
Als ich mit dem Studium angefangen habe, erhielt ich zum ersten Mal Feedback zu meinen Ideen und merkte, dass ich auch andere damit erreichen kann. Im Studium habe ich mich hauptsächlich mit Entwürfen für Jugendherbergen, Bahnhofshallen, Arztpraxen oder Ausstellungen beschäftigt, für mein Diplom dann auch mit der Zwischennutzung brachliegender urbaner Räume. Seit Oktober 2008 entwickle ich nun Produkte für’s Wohnen und Leben. Sicherlich bin ich noch ganz am Anfang, aber ich spüre, dass dieses Projekt noch viel Potenzial zum Wachsen hat!
Woher beziehst Du Deine Inspiration?
An jeder Hausecke kann etwas auf mich warten, dass mich inspiriert, das mich interessiert, das ich als Eindruck, als Gegenstand, als Foto mitnehme und sammle. Manchmal kommt es erst sehr viel später dazu, dass ich etwas daraus mache.
Natürlich inspirieren mich auch andere Designer, toll finde ich deshalb die neue Blog-Bewegung. Die kreativen Schreiber kommen aus aller Welt, sie berichten nicht nur über Ihre Produkte, sondern auch über Ihr alltägliches Umfeld, ob es ein Besuch auf dem Jahrmarkt ist, ein Kindergeburtstag, die Entwicklung neuer Produkte, ein schön gedeckter Frühstückstisch… Ich liebe es, Kontakt mit anderen Bloggern aufnehmen zu können. Seit Februar 2009 habe ich auch einen eigenen Blog. Auch Designblogs, die als Trendscouts berichten, sind toll – so zum Beispiel decor8, designsponge, poppytalk und visual notes.
Hast Du Vorbilder im Bereich Design? Wenn ja, wen und warum?
Ich habe einige Blogs, die ich regelmäßig besuche, weil ich die Produkte liebe, aber auch die ganze Arbeits- und Darstellungsweise. So lerne ich täglich dazu! Ich liebe zum Beispiel die Designer von Studio Violet, Sugar City oder die Sachen von enna, die eine gute Freundin von mir ist und mir schon sehr geholfen hat, mich in der Welt der produzierenden, eigenständigen Designer zurechtzufinden.
Ansonsten nehme ich mir klares, aber trotzdem verspieltes Design zum Vorbild. Immer wieder stoße ich auf skandinavisches Design, das mir wegen der Leichtigkeit und Reinheit besonders gefällt.
Mit welchen Materialien arbeitest Du bei der Herstellung Deiner Produkte?
Ich arbeite hauptsächlich mit Vollholz, Sperrholz und Kork. Darüber hinaus kommen Papier, Folien und Vintage-Materialien zum Einsatz. In Zukunft soll noch mehr dazukommen: Ich möchte Lampen anbieten, Produkte aus dem Bereich Wohntextilien… Kissen, Tischdecken, Geschirrhandtücher… Ich habe auch schon nette Ideen zu Magneten und Produkten aus Korb.
Beschreibe bitte kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Ideen, die manchmal wochen- oder monatelang in meinem Kopf herumgeistern, bekommen meistens erstmals Hand und Fuß, wenn ich sie in mein Skizzenbuch zeichne. Manchmal bleiben sie da auch noch eine Weile. Und eines Tages mach ich mich dran und fertige eine genauere Zeichnung am Computer an und verwende dann diese Vorlage, um einen Prototypen aus Holz herzustellen. Wenn mir dieser gefällt, gebe dem Ganzen den letzten Schliff. Ich mische Farben und nicht selten entsteht eine kleine Serie. Meistens sind es mehrere Produkte, die ich gleichzeitig bearbeite und die immer abwechselnd kleine Schritte Richtung Fertigstellung gehen.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben? Was zeichnet Deine Produkte aus?
Ich denke, ich habe einen eher ruhigen, schlichten, aber dennoch verspielten Stil. Ich liebe es, klare Dinge herzustellen, die ein Ganzes ergänzen. Ich finde, eine Brosche soll ein gewähltes Kleidungsstück und dessen Trägerin unterstützen, einen Stil unterstreichen. Das gilt genauso für meine Wohnprodukte.
Wie viel Zeit verbringst Du mit der Herstellung Deiner Produkte?
Da ich bis vor einem halben Jahr Vollzeitmama war und mein Sohn nun in den Kindergarten geht, genieße ich es, den Tag bis zum frühen Nachmittag dafür nutzen zu können, meine Produkte zu entwerfen und herzustellen. Wenn es eng wird, mache ich auch schon mal abends weiter, wenn mein kleiner Sohn im Bett ist.
Wie siehst Du Deine Zukunft als Designerin?
Ich plane, meine Produktpalette zu erweitern. Ich möchte meine Produkte über kleine Geschäfte vertreiben, an Designmärkten teilnehmen, natürlich weiterhin bei DaWanda verkaufen und zu guter Letzt hätte ich gerne einen eigenen kleinen Laden. Ich möchte von dort aus Designprodukte anbieten und darüber hinaus Raumplanungen und Konzepte für Kunden erarbeiten und umsetzen.
Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit?
Durch meine gute Freundin enna, die selbst schon länger bei DaWanda verkauft, bin ich dazu gekommen, es selbst auszuprobieren. Es ist schön, dass ich dadurch so viele Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus auch aus der ganzen Welt erreichen kann, die meine Produkte mögen und kaufen.
Was hat sich für Dich mit der Eröffnung Deines DaWanda-Shops verändert?
Ich entwickle Produkte und habe durch DaWanda eine Plattform gefunden, sie auch anzubieten zu können. Auszuprobieren, was ankommt, welche Produkte bestellt, gemerkt, geliebt werden. Eine Art Marktanalyse! Dadurch habe ich eine Vorstellung davon bekommen, wie meine Produkte auf dem Markt wahrgenommen werden und ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.
Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda?
Eigentlich sind es mehr als drei und fast bei jedem Stöbern durch die DaWanda-Welt kommt einer dazu, aber wenn ich mich hier für drei Shops entscheiden muss, dann sind es im Moment diese hier, da möchte ich kaufen, die inspirieren mich, die gucke ich mir immer wieder gerne an:
enna
kabn´ka Kindermode
Joannarutter
Dein Schlusswort?
Ich hoffe, dass der ein oder andere, der meinen DaWanda-Shop mag, einen kleinen Eindruck von mir und meiner Arbeit bekommen hat und dass ich anderen Mut machen kann, ihre Träume zu verwirklichen. Ich freue mich immer über Feedback in Form von Kommentaren, egal ob in meinem DaWanda-Shop oder auf meinem Blog, denn das hilft mir sehr bei der Einschätzung meiner Arbeit. Darüber hinaus freue ich mich immer über den Austausch mit anderen Designern und hoffe, dass ich in dieser Richtung noch viele interessante, nette Bekanntschaften mache.
Viele Grüße von Kerstin / domestic candy
P.S.: Wenn Du auch im Montagsinterview vorgestellt werden möchtest, sende bitte Deinen ausgefüllten Fragebogen an interview@dawanda.com.












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